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Umwelt und Verkehr Benzin statt Diesel: teurer Irrtum

Theoretisch ist es wohl allen klar: Dieselautos vertragen kein Benzin. Trotzdem registriert alleine die TCS-Pannenhilfe 5000 Falsch-Betankungen pro Jahr. Besonders gross ist der Schaden, wenn man mit dem falschen Treibstoff auch noch fährt. Einen «Espresso»-Hörer kostete das 11‘500 Franken.

Zapfhahn
Legende: Aufgepasst: Der Benzin-Zapfhahn geht in den Diesel-Tankstutzen. Umgekehrt jedoch nicht. Keystone

Falsch tanken, wie kann man nur… So dachte auch «Espresso»-Hörer Christoph von Büren: «Mir passiert so etwas nie, ich bin ja Mechaniker!» Dann geschah es eben doch – mit einem Geschäftsauto, das er auch privat nutzen durfte.

«Während des Tankens war ich in ein Gespräch mit meinem Kollegen vertieft», sagt Christoph von Büren. Dass ihm dabei ein fataler Fehler passierte, merkte er erst später. Nach dem Tanken fuhr er noch zwei Kilometer, stellte den Wagen ab und brachte ihn danach nicht mehr an. Dass er mit dem falschen Treibstoff fuhr, machte die Sache besonders kompliziert und teuer.

Benzin zerstört nötigen Schmierfilm

Pannenhelfer schleppten von Bürens Auto ab zur nächsten Garage. Und von dort kam Tage später eine gesalzene Rechnung. «Das war ein Schock», sagt Christoph von Büren. 11‘500 Franken musste er bezahlen.

Für den TCS, der im Schnitt täglich 13 Falschbetankungen behandelt, ist das keine Überraschung: «Auf eine solche Summe kommt man sehr schnell einmal, wenn man mit einem falsch betankten Auto fährt», sagt Jürg Reinhard vom TCS.

Dass Benzin in einem Dieselfahrzeug grossen Schaden anrichten kann, liegt an den unterschiedlichen Eigenschaften der beiden Treibstoffe. Diesel schmiert die hochpräzisen Teile eines Antriebs, Benzin dagegen hat eine reinigende Wirkung.

Es unterbricht den Diesel-Schmierfilm. Dadurch bilden sich Metallspäne, die sich im System verteilen. Die Folge: Einspritzpumpe, Düsen und andere Teile müssen ersetzt werden.

Motor nicht starten, Benzin abpumpen

Hat man Benzin statt Diesel getankt, startet man den Motor am besten gar nicht. Dann können Fachleute den falschen Treibstoff aus dem Tank saugen. «In 1400 von 5000 Falsch-Betankungen, die der TCS jährlich behandelt, reicht dieses Absaugen», sagt Jürg Reinhard.

In den anderen Fällen gilt: Den Motor so schnell wie möglich abschalten. Eine Falschbetankung erkennt man oft daran, dass der Motor nicht mehr rund läuft und Nagelgeräusche von sich gibt.

Diesel statt Benzin: Fast ausgeschlossen

Um Irrtümer zu vermeiden, empfiehlt sich ein «Diesel»-Aufkleber an der Innenseite des Tankdeckels. Der umgekehrte Fall, dass also ein Benziner mit Diesel betankt wird, kann laut TCS «fast nicht passieren»: Der Diesel-Zapfhahn passt nicht in den Benzin-Einfüllstutzen.

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