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Ein Mann steigt in einen Zug
Legende: Für Eilige gibt es bald das Perronbillett gegen zehn Franken Aufpreis. SRF
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Umwelt und Verkehr Billett-Pflicht: SBB lenkt ein mit Perronticket

2011 schaffte die SBB einen beliebten Kundenservice ab: Das Billett-Lösen direkt beim Kondukteur. Der Ärger war gross. Nun reagieren die Bundesbahnen - wenigstens ein bisschen: Ab Juli können Passagiere auf dem Perron beim Zugspersonal ein Billett auf den letzten Drücker lösen.

Die SBB haben sich entschieden, kurzfristig das sogenannte Perronbillett einzuführen. So heisst es in einer Medienmitteilung von heute Vormittag. Diese Neuerung soll bereits ab 01. Juli 2013 zum Einsatz kommen und gilt für begleitete Züge des Fernverkehrs der SBB.

Nicht im Zug, aber auf dem Perron

Konkret heisst das: Wer es nicht schafft, am Schalter oder Automaten ein Billett zu lösen, kann noch kurz vor der Abfahrt beim Zugpersonal auf dem Bahnsteig ein Ticket kaufen. Allerdings muss der Fahrgast aktiv auf das Zugpersonal auf dem Perron zugehen. Und: Das Billett kostet einen Aufpreis von zehn Franken.

Als die SBB vor zwei Jahren das Billett-Lösen beim Kondukteur aus dem Serviceprogramm strich, war die Empörung gross. Eine repräsentative «Kassensturz»-Umfrage im Jahr 2011 zeigte dies deutlich: 64 Prozent der Befragten waren mit dieser Neuerung gar nicht oder nur wenig einverstanden.

SBB hoffte auf hohe Mehreinnahmen

Für weiteren Ärger sorgte dann auch das teilweise sehr rigorose Durchgreifen einiger Zugbegleiter: Wer kein Ticket hatte, wurde oft ohne Erbarmen mit 90 Franken gebüsst.

Die SBB begründeten die Abschaffung gegenüber «Kassensturz» damals mit der Entlastung der Zugsbegleiter. Ein weiterer Grund: Man wolle verhindern, dass die Fahrgäste auf das Fernbleiben des Kontrolleurs spekulieren und deshalb kein Billett kaufen. Das Unternehmen hoffte so auf Mehreinnahmen in zweistelliger Millionenhöhe.

«Pro Bahn» ist zufrieden

Die Organisation «Pro Bahn» äussert sich zufrieden: «Dieses Perronbillett ist ein guter Schritt in die richtige Richtung», meint Präsident Kurt Schreiber. «An dieser Massnahme ist übrigens auch 'Kassensturz/Espresso' nicht ganz unschuldig.»

Bei Fernverkehrszügen habe es immer Zugspersonal auf dem Perron, daher sei ein solches Ticket sicher realistisch und ein Vorteil für die Passagiere. Schade findet Kurt Schreiber allerdings, dass die neue SBB-Massnahme auf den Fernverkehr beschränkt ist: «Bei S-Bahnen ist klar, dass ein Perronticket nicht realisierbar ist. Bei Regioexpress-Zügen sollte das aber möglich sein. Und diesen Wunsch wird 'Pro Bahn' auch aufrechterhalten.»

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Imboden Adrian , Rechthalten
    Hà? Wie wird jetzt der Zugbegleiter entlastet?? Hat er Zeit vor der Zugsabfahrt noch Billette zu verkaufen. Dachte er hätte noch Sicherheitsrelevante und viele andere Arbeiten, Aufgaben zu erledigen. Die SBB entwickelt sich langsam zu einem schlechten Witz!!!! Unser CEO mit der Führung reissen unser Unternehmen noch in den Ruin. Gruss von einem EX Zugbegleiter
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  • Kommentar von Urs Rösli , Zürich
    Wow, jetzt kann man doch noch ein Perronbillett kaufen. Weil die neuesten Automaten so schlecht sind. Dafür muss dann ein Aufpreis von Fr. 10.-- bezahlet werdem. Verrückt: Die SBB ist unfähig, benutzerfreundliche Automaten herzustellen. Dafür wird halt der Kunde bestraft. Die Fr. 10.-- Aufpreis verstehe ich selbstverständlich. Der SBB-Chef verdient über 1 Million Franken im Jahr. Das, obwohl das Konzernziel 2012 nicht erreicht wurde. Und von irgendwoher muss das Geld ja kommen....
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  • Kommentar von Urs Rösli , Zürich
    ....und dazu ein Aufpreis von Fr. 10.--. Ich weiss, SBB-Chef Andreas Meyer hat ein Salär von 1'035'602 Franken. Da muss natürlich Geld hinein kommen. Vor allem, wenn das Konzernziel nicht erreicht wurde......
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