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Legende: Das Pferdehormon wird Schweinen zur Synchronisierung der Schwangerschaft gespritzt. SRF
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Umwelt und Verkehr Coop und Migros sanktionieren Schweinezucht mit Quäl-Hormon

Ein «Kassensturz»-Beitrag über die quälerische Produktion eines Hormons für die Schweinezucht zeigt Wirkung: Coop entzieht seinen Produzenten das «Naturafarm»-Label, wenn sie diese Präparate verwenden. Migros tut dasselbe bei «Terra Suisse»-Fleisch-Produzenten.

Das Hormon PMSG wird in Uruguay aus dem Blut von schwangeren Pferden gewonnen. Dabei wird den Stuten wöchentlich 10 Liter Blut abgezapft, was zu grossen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führt. Produziert eine Stute kein PMSG mehr, wird ihr Embryo mechanisch getötet und so eine Fehlgeburt eingeleitet. Einige Muttertiere sterben bei diesem Vorgang.

Diesen perversen Kreislauf haben Mitarbeiter des Tierschutzbunds Zürich aufgedeckt. Wochenlang haben sie im letzten Frühling die Zustände auf Blutfarmen in Argentinien und Uruguay recherchiert.

Der Präsident des Schweizerischen Verbands der Schweinezüchter und -Produzenten, Meinrad Pfister, zeigte sich von der Art der Produktion schockiert. Er versicherte gegenüber «Kassensturz», dass der Verband Suisseporcs nichts davon wusste und das nicht toleriert. Er appellierte an seine Mitglieder, auf das Pferdeblut-Präparat zu verzichten. Er wies darauf hin, dass es ein Alternativ-Präparat mit synthetisch hergestelltem PMSG-Hormon gibt.

Coop und Migros reagieren

Nun zeigt der «Kassensturz»-Bericht auch bei den Grossverteilern Wirkung: Ab dem 1. Januar 2016 will Coop seinen Schweinezucht-Betrieben das Label «Naturafarm» entziehen, wenn sie Hormone aus Pferdeblut verwenden. Dies machte Suisseporcs-Präsident Pfister in der «Neuen Luzerner Zeitung» publik.

Auf Nachfrage bestätigt dies Coop und präzisiert: «Die Brunstsynchronisation bleibt bei «Naturafarm» immer noch erlaubt. Allerdings nur mit synthetisch hergestellten Wirkstoffen», so Coop-Sprecher Urs Meier.

Wie sieht es bei der Migros aus? Die Migros sieht vorerst die PMSG-produzierenden Firmen und die Schweinefleisch-Produzenten in der Pflicht. Dennoch ergreift der Grossverteiler selber Massnahmen: Die Migros verbietet ihren Zulieferern, welche Fleisch für das Migros-Label «TerraSuisse» produzieren ab dem 1. Januar den Einsatz von PMSG.

Dieser «Kassensturz»-Beitrag führte zum Hormon-Stopp

Über die Recherchen des Tierschutzbundes Zürich in Uruguay und Argentinien hat «Kassensturz» am 29. September 2015 berichtet. Ebenso, wo das Hormon schlussendlich landet: In europäischen und Schweizer Tierarzneimitteln, die nur dazu dienen, dass Zuchtschweine schneller und miteinander brünstig werden.

Video
Neue Pferdequälerei: Stuten leiden für unser Schweinefleisch
Aus Kassensturz vom 29.09.2015.
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6 Kommentare

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  • Kommentar von Angela Keller , Sirnach
    Ich hoffe, dass auf diesen Farmen weiterhin kontrolliert wird. Dieses Leiden der Tiere auf Kosten des Menschen muss aufhören. Es sind unsere Mitgeschöpfe und verdienen unseren Respekt. Es wäre interessant zu wissen, wie viele Betriebe im Ausland das Pferdeblut-Präparat weiterhin benützen? Besonderes im Osten Deutschlands sind grosse Schweine KZ's und diese werden schon auf andere Weise gequält, wie Dokus in der ARD zeigten. Es braucht weiterhin mehr Tierschutz.
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  • Kommentar von Pia Müller , 9443 Widnau
    Kassasturz sei gross gedankt. Dass die Grossverteiler Coop, Migros immer zuerst durch die Medien öffentlich angegriffen werden müssen, bis bezügl. Fleischlieferanten und deren Tierzucht/Haltung etwas getan wird, ist für mich total unverständlich und miserabel gegenüber uns Kunden, die auf ihrem Teller kein Fleisch von leidenden Tieren wollen. Scheinbar sind die entsprechenden Labels bei den Grossverteilern noch immer ein Betrug !
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  • Kommentar von Valeria Aerni Hofmann , 3976 Worb
    Es wäre wünschenswert und ethisch korrekt wenn sich immer mehr Menschen vom Fleischverzehr distanzieren könnten.Was wir unseren Mitgeschöpfen antun ist gedankenlos, gleichgültlig und herzlos! Und es geht auch gesundheitlich sehr gut ohne Fleisch,das können Fachpersonen und Aerzte attestieren.
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