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Legende: Ein «Flirt»-Zug der SOB. Peter Alder
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Umwelt und Verkehr Defektes WC spritzte ins Auge

Eine Bahnkundin wurde in einem Zug der Südostbahn von einem defekten WC mit Fäkalien vollgespritzt. Dabei gelangten die Bakterien in ihre Augen. Vom Kundendienst erhält die Frau als Wiedergutmachung einen 10 Franken Gutschein und einen Schirm. Als «Espresso» interveniert ist alles anders.

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Defektes WC spritzte ins Auge
aus Espresso vom 04.06.2013.
abspielen. Laufzeit 4 Minuten 6 Sekunden.

Mit ihren Ihren Eltern wollte die Espresso-Hörerin einen Auflug nach Einsiedeln machen. An einem winterlichen Sonntag fuhren alle zusammen mit der S 40 der Südostbahn SOB von Rapperswil nach Einsiedeln.

Unterwegs musste sie auf die Toilette. «Schon als ich die Toilette betrat, stank es stark. Sie war auch sehr schmutzig», erinnert sie sich. Darum wollte sie zuerst einmal spülen. Das war ein verhängnisvoller Fehler.

Aus der Toilette spritzte der Passagierin plötzlich Kot entgegen. «Ich versuchte mich in einer Ecke in Sicherheit zu bringen», erzählt die Kundin, die heute noch über den Vorfall schockiert ist. Trotzdem wurde sie von oben bis unten vollgespitzt.

Augeninfektion wegen Bakterien

Einige Spritzer trafen die Kundin auch im Gesicht, so dass sie sich einige Tage später wegen einer bakteriellen Infektion in ärztliche Behandlung begeben musste. Sie meldete den Vorfall in Einsiedeln dem Kondukteur.

Dieser entschuldigte sich. Sie fragt sich, warum das defekte WC vor der Fahrt nicht vom Kondukteur geschlossen wurde. 

Auf eine erste Reklamation beim SOB-Kundenservice erhielt die Kundin einen 10 Franken Gutschein und einen Schirm. Mit Unterstützung des Konsumentenforums wandte sie sich nochmals an die SOB. Nach der zweiten Reklamation klärte die SOB den Vorfall genauer ab.

Doch noch anständige Entschädigung

SOB-Mediensprecherin Ursel Kälin erklärt gegenüber «Espresso»: «An diesem 24. Febraur hatte es Schnee und war es sehr kalt, darum ist beim WC das Entlüftungsrohr zu gefroren.»

Bei der kaputten Toilette handelt es sich um ein sogenanntes Bioreaktor-WC. Bei diesen modernen Toiletten wird das «Geschäft» unter Vakuum abgesogen und in einem Tank gelagert.

«Damit das Vakuum funktioniert, braucht es aber eine Entlüftung und diese war durch Schnee und Eis verstopft», sagt Kälin. Die Techniker der SOB seien mit Hochdruck daran, eine technische Lösung für dieses Problem zu finden. «Im kommenden Winter ist das Problem behoben», verspricht die SOB-Mediensprecherin.

«Wir entschuldigen uns bei der Kundin für die unangemessene Reaktion unseres Kundendienstes», sagt Kälin gegenüber «Espresso». Da sich die Kundin erst zwei Monate nach dem Vorfall bei der SOB gemeldet habe, sei der Vorfall falsch eingeschätzt worden. «Wir haben der Kundin nun ihr Halbtax- und ihr ZVV-Jahres-Abonnement um 12 Monate verlängert.»

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Theodor Himmel , Chur
    Das ist typisch. Wenn der Kunde etwas falsch macht (falsches Billet, falscher Sitzplatz) kostet es immer gleich 100.- Fr. Wenn die Bahn etwas falsch macht und selbst wenn dabei ein sehr grosser Schaden entsteht, gibts einen lächerlichen Gutschein. Wobei 10.- Fr. schon "viel" sind, normalerweise bekommt man nämlich immer nur einen 5.- Fr. Gutschein für die Railbar als Entschuldigung. Würden SBB und Co für alle ihre Vergehen auch 100.- Fr. je Kunde zahlen müssen, wären sie schnell Pleite.
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  • Kommentar von Werner Wyssmann , 4552 Derendingen
    Ich rate der SOB, in ihren Regionalzügen die WC auszubauen so wie es der RBS (Regionalverkehr Bern-Solothurn) seit langem praktiziert hat. Wenn man von Worb über Bern nach Solothurn fährt (ca. 1 h Fahrt), ist in keinem Zug ein WC vorhanden. Dann muss halt der Fahrgast vor Beginn der Fahrt seine Bedürfnisse in Worb selbst verrichten, gegen Einwurf eines Franken. Alles klar...!? Es besteht keine gesetzliche Vorschrift für den OeV, in seinen Fahrzeugen ein WC zur Verfügung zu stellen.
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    1. Antwort von Susanne Oberholzer , Worb
      Arbeiten Sie für die Bahn, Herr Wysmannn?
    2. Antwort von Theodor HImmel , Chur
      Wenn ich Ihren Beitrag so lese könnte ich fast meinen Werner Wyssmann wäre ein Pseudonym von Andreas Meyer. Gehts noch?
    3. Antwort von Bär ner , Bärn
      Das WC in Worb kostet nur 50 Rappen, und an anderen RBS Bahnhöfen sind sie sogar gratis ;-)
  • Kommentar von Werner Wyssmann , 4552 Derendingen
    Ich frage mich, ob man wegen eines solchen Vorfalls an die Medien gelangen muss....
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