Energiesparlampen: Gefährlich oder nicht?

Der Dokumentarfilm «Bulb Fiction» über Energiesparlampen beunruhigt die Konsumenten. Die Hauptaussage des Films und eines Fernsehberichts der ARD: Energiesparlampen sind gefährlich wegen des enthaltenen Quecksilbers. Das Bundesamt für Gesundheit beschwichtigt.

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Bildlegende: Verunsicherung wegen Energiesparlampen SRF

In «Bulb Fiction» kommen Wissenschaftler zu Wort, welche Quecksilberdämpfe gemessen haben, die aus zerbrochenen Energiesparlampen ausströmen. Als besonders krasses Beispiel wird der Fall eines kleinen Jungen in Süddeutschland geschildert, der krank wurde, nachdem über ihm eine brennende Energiesparlampe zerbrochen war. Zudem sei das Haus der Familie für längere Zeit unbewohnbar.

«Keinerlei gesundheitlichen Bedenken»

BAG-Experte Steffen Wengert kann zum konkreten Fall nichts sagen. Grundsätzlich hält er aber fest: «Rein von der Sachlage her ist es aus Sicht des BAG nicht denkbar, dass allein das Zerbrechen einer Sparlampe diese Wirkung ausgelöst hat.» Studien zur Freisetzung von Quecksilber bei einem Lampenbruch, zur elektromagnetischen Strahlung und zu anderen Schadstoffen in den Lampen hätten nach heutigem Wissensstand keine relevante Gesundheitsgefährdung ergeben. Fazit des Experten Steffen Wengert: «Das BAG hat keinerlei gesundheitlichen Bedenken hinsichtlich der Verwendung von Energiesparlampen.»

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Detaillierte Infos vom BAG

Hier finden Sie weiterführende Informationen zum Thema.

Wichtig sei, dass man sich im Umgang mit den Lampen an einige Regeln halte: Zerbricht eine Energiesparlampe soll man sofort lüften. So kann das Quecksilber, welches in die Luft gelangt ist, den Raum verlassen. Die Quecksilberkonzentration sinkt so laut BAG rasch auf einen unbedenklichen Wert. Die Bruchstücke nimmt man mit Handschuhen und einem Kartonstück sorgfältig auf und wischt anschliessend feucht nach. Auf einem Teppich nimmt man die Scherben mit Klebband auf. Staubsaugen sollte man unterlassen, dadurch würden weitere Quecksilberdämpfe freigesetzt. Die Resten der Lampe legt man in ein luftdicht verschliessbares Glas (z.B. Confi-Glas) und bringt dieses entweder zur Verkaufsstelle oder an eine Entsorgungsstelle für elektronische Abfälle.

Information für Konsumenten verbessern

In Räumlichkeiten und an Orten, wo man sich länger in der Nähe von Energiesparlampen aufhält, empfiehlt das BAG einen Mindestabstand von 30 Zentimetern zum Körper. In dieser Entfernung sei das elektromagnetische Feld so schwach, dass Wechselwirkungen mit dem Organismus vernachlässigbar seien.

Akuten Handlungsbedarf bei Energiesparlampen sieht das BAG nicht. Es begrüsst jedoch, wenn die Hersteller statt flüssigem Quecksilber beispielsweise Amalgam verwenden und auf eine Bruchsicherung achten.

Verbessern lässt sich aber die Information: «Viele Konsumenten wissen nicht, dass Energiesparlampen Quecksilber enthalten», sagt BAG-Experte Steffen Wengert. «Jedes Milligramm Quecksilber, das in die Umwelt gelangt, ist eines zu viel.» Da seien die Konsumenten in der Verantwortung, die Lampen auch wirklich an die Verkaufsstelle zurückzubringen. Verbesserungswürdig sind in diesem Zusammenhang auch die Informationen auf den Verpackungen über das Recycling und das richtige Verhalten bei einem Lampenbruch.