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Eine Frau mit Einkaufskorb und Einkaufszettel steht vor einem Regal
Legende: Konsumenten profitieren gerne von Aktionen, aber nur wenn sie einfach sind. Keystone
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Umwelt und Verkehr Erfolglose Aktion gegen Lebensmittel-Verschwendung

In der Schweiz werden verschiedene Massnahmen geprüft, um die Lebensmittel-Verschwendung zu stoppen. Dazu gehören neue Formen von Detailhandels-Aktionen, wie in England lanciert: «Jetzt eins kaufen, später eins gratis». Aber schon jetzt ist klar: Diese Aktion kommt bei den Konsumenten nicht an.

Der britische Detailhändler «Tesco» hat Anfang 2010 «buy one, get one free later» gestartet. Diese Aktionsform soll Hamsterkäufe bei «3-für-2»-Aktionen und damit Lebensmittel-Verschwendung verhindern. Inzwischen hat «Tesco» diese Aktionen jedoch sang- und klanglos wieder aufgegeben, wie er auf Anfrage des Konsumentenmagazins «Espresso» von Radio SRF 1 bestätigt. Das Interesse der Konsumenten war zu gering.

Versuch der Migros gescheitert

In der Schweiz hat vor zwei Jahren die Migros einen achtwöchigen Versuch mit «Jetzt eins kaufen, später eins gratis» durchgeführt. Dieser wurde von der Genossenschaft Neuenburg-Fribourg auch intensiv beworben. «Wir wählten dafür absichtlich Produkte des täglichen Gebrauchs wie Kartoffeln und Eier», sagt Migros-Sprecher Urs-Peter Naef. «Es war enttäuschend. Nur ein kleiner Teil der Kunden hat vom zweiten Gratis-Teil der Aktion profitiert.» Die Gutscheine für das kostenlose zweite Produkt wurden nicht eingelöst. Weshalb, weiss die Migros nicht.

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) vermutet, dass das Prinzip für die Konsumenten zu kompliziert ist: «Die Konsumenten müssen den Überblick behalten über alle Produkte, die sie so gekauft haben», sagt SKS-Geschäftsführerin Sara Stalder, «sie müssen sich erinnern, wann sie noch ein zweites abholen dürfen.»

Grossverteiler winken ab

Michel Rudin vom Konsumentenforum meint: «Das Problem ist, dass der Konsument seine Verantwortung nicht wahrnimmt und das zweite Produkt auch wirklich abholt. Dies braucht eine gewisse Disziplin.»

Die Migros hat die Versuche mit «Jetzt eins kaufen, später eins gratis» eingestellt und plant derzeit auch keine neuen. Auch für die Grossverteiler Coop, Lidl, Aldi und Volg sind solche Aktionen im Moment kein Thema, wie sie auf Anfrage von «Espresso» schreiben.

Aktionsplan gegen Lebensmittel-Verschwendung

Der Bund hat im Winter 2012/13 im Rahmen des Aktionsplans «Grüne Wirtschaft» diverse Akteure der Nahrungsmittelkette, Konsumenten- und Umweltschutzorganisationen zu einem Austausch versammelt. Es wurden Ideen gegen Lebensmittel-Verschwendung gesucht. Dazu gehörten auch Vorschläge für neue Formen von Lebensmittel-Aktionen im Detailhandel. In einer zweiten Phase sollen dann die Erkenntnisse diskutiert und konkrete Lösungen erarbeitet werden.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Gasser  (allesrotscher)
    Die Kunden die ihr zweites Produkt nicht abholen wollten haben völlig recht, wer weiss denn schon ob er später dieses Produkt noch inmal braucht ! Und nur weil etwas gratis abzuholen ist würde ich nicht nochmals ins Auto sitzen. (Umweltverschmutzung). die Grossverteiler denken eben nur bis vor die Nase Spitze, kein Millimeter weiter. Man sollte sich um die Kundenbedürfnisse kümmern nicht nur darum möglichst viel Umsatz zu machen.
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  • Kommentar von Deborah Mogg , WInterthur
    Ich habe mich dazu entschieden eine Arbeit zu diesem Thema für die Schule zu schreiben, und habe mir überlegt wie es mit einem öffentlichen Kühlschrank wäre? Ein Kühler der dazu da ist den Menschen die Möglichkeit zu bieten Dinge kurz vor dem Ablauf von zu Hause in diesen KS zu legen. Somit wird man das Produkt auf eine Gute Art "los". Andere profitieren in dem sie dieses Produkt kostenlos entnehmen können.
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    1. Antwort von Roger Gasser  (allesrotscher)
      Wer zahlt den Strom für den Kühler? ein Solarpanel würde auch nichts bringen.
  • Kommentar von Soley Sonntag , Basel
    "Jetzt eins kaufen, später eins Gratis" finde ich absolut keine gute Möglichkeit. Jedoch wäre es ganz einfach wenn man die ablaufenden Produkte eine Stunde vor Ladenschluss zum halben Preis verkaufen würde. Dieses Konzept würden bestimmt mehr Kunden nützen.
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    1. Antwort von Mike Brunner , Lachen
      Das gibts ja bereits. Noch erweitern könnte man, dass man bei oder kurz nach Ladenschluss die abgelaufenen Produkte gratis an Bedürftige abgibt, anstatt sie zu vernichten. Das wäre dann auch gesetzeskonform, da sie ja erst um Mitternacht ablaufen. Aber anscheinend ist das teurer als vernichten, krankhaft!
    2. Antwort von Roger Gasser  (allesrotscher)
      Ja, finde ich gut, und nutze das auch. Man isst dann halt das was gerade günstig ist. Auch wenn gewisse Leute einen schräg anschauen wenn man viele rote Punkte auf den Verpackungen hat. Das sind dann eben die "verwöhnten" die sich mit den Ablaufdatum welche überwiegend viel zu kurz datiert sind, und vorwiegend dem geordneten Warenumschlag dienen, an der Nase herum führen lassen.