Erholung im Wald, Wucher im Zahlendschungel

Dass man sich im Wald gut erholen kann, ist allgemein bekannt. Der Bund weiss es nun genauer: Die Erholung, die man sich bei einem Waldbesuch holt, hat einen Wert von neun Franken. Das zeigt eine neue Studie. «Espresso» sagt, wie gerechnet wurde. Und fragt, was das soll.

Im Wald findet man Erholung – und in einer neuen Studie die Zahlen dazu: Der minimale Wert der Erholung im Schweizer Wald liegt zwischen 290 und 589 Franken pro Person und Jahr. Hochgerechnet auf die Bevölkerung über 18 Jahren «ergibt sich ein Gesamtwert des Erholungsnutzens der Schweizer Wälder von rund 1,9 bis 3,9 Milliarden Franken pro Jahr». Wobei die Autoren der Studie anfügen, dass «wahrscheinlich auch unter 18-Jährige dem Wald einen Wert beimessen». Nur: Dazu liessen sich keine Angaben machen. Wie kommen die Autoren denn auf die übrigen Werte?

Was ist der Wald den Besuchern wert?

Um den Wert der Erholung im Wald zu berechnen, untersuchen die Wissenschaftler, welchen Aufwand Waldbesucher auf sich nehmen. Wieviel Zeit und wieviel Geld brauchen sie? Oder eben anders gefragt: Was ist ihnen der Waldbesuch wert?

Wer in der Nähe des Waldes wohnt, muss naturgemäss nicht weit anreisen, das führt in der Studie zu einem tieferen Erholungswert. Es führt aber auch zur Bemerkung, dass «der tatsächliche Nutzen des Waldes nicht zwingend kleiner sein muss». Wozu die ganze Rechnerei? «Espresso» fragt nach – beim Bundesamt für Umwelt (BAFU), das die Studie in Auftrag gegeben hat.

Grundlage für politische Diskussion

Laut Silvio Schmid, der sich beim BAFU mit dem Nutzwald beschäftigt, dient die Studie als Grundlage für politische Diskussionen: Was erwartet die Bevölkerung vom Wald? Wie finanziert man den Unterhalt der Erholungswälder? Silvio Schmid: «Wir leben in einer zahlenlastigen Welt, es geht um Ökonomie, es geht um Geld. Um entsprechende Ansatzpunkte zu liefern, machen wir diese Studie.»