Zum Inhalt springen

Header

Audio
Fünf Jahre Kindersitzpflicht bis zwölf Jahre
Aus Espresso vom 23.03.2015.
abspielen. Laufzeit 04:32 Minuten.
Inhalt

Umwelt und Verkehr Fünf Jahre Kindersitzpflicht bis zwölf Jahre

Seit 1. April 2010 müssen alle Kinder bis zum zwölften Geburtstag in Autos auf Kindersitzen gesichert sein. Nach heftigem Widerstand am Anfang, wird diese Regelung heute breit akzeptiert. Allerdings sind viele Kinder falsch gesichert.

Taxiunternehmer, Schulbusbetreiber und Sportverbände liessen kein gutes Haar am Vorschlag des Bundesrats. Taxifahrer monierten, sie hätten keinen Platz, ständig Kindersitze mitzuführen.

Sportverbände regten sich auf, weil der Transport von Junioren in Kleinbussen kaum mehr möglich sei. Doch der Bundesrat liess keine Ausnahmen zu und verordnete die neue Regel, in Anlehnung an das geltende EU-Recht: Kinder bis zwölf Jahre oder einer Körpergrösse unter 150 cm.

Aber auch Eltern wehrten sich, weil sie nicht verstanden, warum sie ihre Kinder – kaum aus dem bisherigen Kindersitzalter von sieben Jahren gewachsen – nun zurück in die Kindersitze schicken sollten. «200‘000 bis 300‘000 Kinder, die beim Wechsel nicht mehr im Kindersitzalter waren, mussten damals in diesen zurück», schätzt Toni Keller.

Der Leiter Mobilitätsberatung und Verkehrssicherheit beim Touring Club TCS sagt aber auch klipp und klar: «Die Sicherheit der Kinder geht vor». Dass die Taxiunternehmen und Sportverbände trotz ihrer politischen Lobbyarbeit im Parlament keine Ausnahmen erhielten, freut TCS-Mann Keller.

Schliesslich habe es Lösungen für ihre Probleme gegeben. Beispielsweise indem die Taxifahrer einen Zuschlag für Kindersitze verlangen dürfen. Und in Kleinbussen seien einfache Sitzerhöhungen für knapp 30 Franken praktisch einsetzbar.

«Es hat sich beruhigt»

Auch auf dem Pult von Thomas Rohrbach, Mediensprecher des Bundesamts für Strassen Astra, landeten anfangs korbweise empörte E-Mails und Briefe. Das sei aber längst vorbei, sagt Rohrbach: «Es hat sich seit der Einführung der neuen Regelung sehr beruhigt. Die Empörung und Verunsicherung ist verschwunden.» Heute erhalte man nur noch Post von Menschen, die Hilfe bei der Kaufentscheidung eines Kindersitzes wünschen.

Jedes zweite Kind sitzt falsch im Auto

Die Zahl von Kindern, die bei Unfällen als Autopassagiere verletzt oder getötet werden, ist mit rund 400 pro Jahr seit einiger Zeit rückläufig. Eine Untersuchung, die der TCS zusammen mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung BfU erstellt hat, zeigt aber: Jedes zweite Kind ist im Auto falsch gesichert!

«Alles ist möglich, was mit diesen Kindersitzen gemacht wird. Da stehen einem manchmal die Haare zu Berge», sagt der TCS-Verkehrssicherheitsexperte Toni Keller. Er spricht von Babyschalen, die nicht rückwärts im Auto installiert werden.

Eine Fehlerquelle ist auch der Gurtverlauf am Kinderkörper, oder dass der Kindersitz nicht richtig auf das Alter und die Grösse des Kindes eingestellt ist. Man könne vieles falsch machen und es sei deshalb nicht verkehrt, die Bedienungsanleitung gut zu lesen. BfU und TCS reagieren ausserdem mit einer Informationskampagne. Auf Broschüren in zehn Sprachen und in Videofilmen wird gezeigt, wie’s richtig geht.

Teuer im Taxi

Box aufklappen Box zuklappen
Teuer im Taxi

Wer in Zürich oder Bern mit Kleinkindern Taxi fahren will, muss tief in die Tasche greifen: Zusätzlich zu den Fahrkosten fallen bis zu 30 Franken Gebühren für Kinder-Sitze an. Zum Artikel

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von Carla Armbrüster , Luzern
    Weiß jemand, ob durch das Gesetz ein ordentlicher Kindersitz verwendet werden muss oder ob der Verordnung durch eine einfache Kindersitzerhöhung genüge getan werden kann: Auf sowas (http://www.kindersitztests.com/sitzerh%C3%B6hung-kindersitzerh%C3%B6hung-test/) sollten Kinder meiner Meinung nach nicht befördert werden. Viele Grüße Carla
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von M.S , W
    Ich fordere die Kindersitzpflicht Im Parlament für Politiker unter 65 Jahren oder mit einem IQ under 150!
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Michaela Zaragoza , Flawil
    Schliesse mich den Kommentaren bezüglich REBOARDERN an. Schade das es nicht erwähnt wird. Unsere Tochter fährt seit knapp 3 Jahren rückwärts und liebt es. Wir fahren total entspannt da wir wissen die SICHERSTE Variante gewählt zu haben.
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
    1. Antwort von Marcel Weber , Uzwil
      Ich finde die Kindersitzpflicht eine vernünftige Regel. Mich stört jedoch, das ein Kind welches 12 Jahre alt und kleiner als die geforderten 1.50 Meter keinen Sitz mehr braucht. Das führt dazu, dass von Aussen gesehen die Augen des Kindes und die untere Kante des Seitenfensters eine Linie bildet, der Gurt zwischen Schlüsselbein und Kinn zu liegen kommt. Alles gemäss Gesetz legal!