Gärtner können Bienen vor Pestiziden schützen

Der Nationalrat verlangt einen Massnahmenplan zur Gesundheit der Bienen. «Espresso» wartet nicht auf das Papier, sondern hat konkrete Tipps für Hobbygärtner, wie sie Bienen vor Schädlingsbekämpfungsmitteln schützen können.

Weisse Rose wird mit Pestizid besprüht Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Pestizide schützen zwar die Blumen, für die Bienen ist das Gift aber wenig erfreulich. Colourbox

«Häufig ist es schlicht das Unwissen der Balkonblumen- und Gartenfreunde, das den Bienen schwer zusetzt», sagt Ruedi Ritter. Er ist Leiter des Bienengesundheitsdienstes beim Verband der Schweizer Bienenzüchter Apisuisse. Wer gängige Mittel gegen Blattläuse und andere Schädlinge aus dem Detailhandel einsetzt, könne unter Umständen ein ganzes Bienenvolk auslöschen.

Vorsicht bei der Anwendung von Insektiziden

Wenn Schädlingsbekämpfungsmittel zum Einsatz kommen, gelte es erst einmal, auf der Packung zu schauen, ob es sich um «systemische» Mittel handle. Diese würden über die Wurzel wirken und in die Pflanze eindringen. «Das Mittel wird zudem nur sehr langsam abgebaut», erklärt Ritter. Das bedeutet für Bienen und Wespen, dass sie das Gift über den Nektar oder Blütenstaub zu sich nehmen. Vor dieser Art Schädlingsbekämpfung warnt der Bienenschützer. Ebenso sollte man die Finger von Mitteln lassen, die Insektizide enthalten: «Auch wenn diese zwar gegen Spinnmilben und andere Tiere mit sechs bis acht Beinen wirken, sie enthalten sehr giftige Stoffe, die die Bienen umbringen.»

Wenn spritzen, dann bedacht

Wer trotz Bedenken eine Schädlingsbekämpfung vornehmen muss, sollte sich bei einem Fachmann beraten lassen. Es gibt auch sanftere Mittel. Wichtig ist laut Bienenfachmann Ruedi Ritter, dass man abends spritzt, wenn die Tiere nicht mehr herumfliegen. «Ebenfalls wichtig ist, dass die Mittel richtig dosiert sind und die Blüten nicht eingespritzt werden.»