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Umwelt und Verkehr Gepäckdiebstahl: Swiss stiehlt sich aus der Verantwortung

Auf dem Rückflug aus den Ferien werden einem Swiss-Kunden Gegenstände im Wert von 5000 Franken aus dem Gepäck gestohlen. Die Fluggesellschaft Swiss versteckt sich hinter Paragrafen und steht für den Schaden nicht gerade.

Legende: Audio Gepäckdiebstahl: Swiss stiehlt sich aus der Verantwortung abspielen. Laufzeit 05:42 Minuten.
05:42 min, aus Espresso vom 13.10.2014.

Christian Gazzarin aus St.Gallen reist mit Swiss von Kenia zurück nach Hause. Als er am Flughafen Zürich seine Tasche vom Rollband nimmt, kommt der grosse Schock: Das Gepäckstück wurde während der Reise aufgeschlitzt. Es fehlen ein Laptop und ein Teleobjektiv im Wert von 5000 Franken.

Gemäss dem Montrealer Übereinkommen, welches die Haftung im internationalen Flugverkehr regelt, wäre die Fluggesellschaft verpflichtet, dem Kunden den Schaden zu ersetzen. Dies bis zu einem Betrag von 1600 Franken. Trotzdem stielt sich Swiss aus der Verantwortung.

Swiss verweist aufs Kleingedruckte

Auf Nachfrage des Konsumentenmagazins «Espresso» auf Radio SRF 1 verweist die Fluggesellschaft auf das Kleingedruckte, ihre Beförderungsbestimmungen. Dort sei explizit erwähnt, dass Geld, Schmuck, Edelmetalle, Computer und andere persönliche elektronische Geräte nicht aufgegeben werden dürften.

Swiss Sprecher Mehdi Guenin sagt gegenüber «Espresso»: «Wenn sich jemand nicht an diese Bestimmungen hält, können wir natürlich nicht haften.» Und er fügt an: «Wir empfehlen unseren Passagieren, dass sie solche Wertgegenstände wenn möglich immer im Handgepäck mitnehmen.»

Zulässiges Handgepäck ist limitiert

Diese Argumentation verärgert und enttäuscht Swiss-Kunde Christian Gazzarin. Er hätte den gestohlenen Laptop und das Objektiv gerne im Handgepäck untergebracht. Nur war dort kein Platz, weil er da schon die Kamera und weitere Objektive verstaut hatte. «Espresso» will von Swiss wissen: Was hätte der Kunde also tun sollen? Er darf ja nicht mehr als 8 Kilo im Handgepäck transportieren.

Swiss Sprecher Mehdi Guenin sagt: Doch! Es passiere oft, dass jemand neben dem Handgepäck zum Beispiel noch eine Tasche für den Anzug und eine fürs Stativ dabei habe: «Das darf man natürlich mitbringen.» Ob man sich als Swiss-Kunde jedoch im Streitfall – erst recht an einem Check-In-Schalter im Ausland - auf diese Aussage berufen kann, bleibt offen.

Experte sagt: Ein Grenzfall

«Espresso» hat den Fall dem Reiserechts-Experten Vito Roberto von der Universität St.Gallen vorgelegt. Dass die Fluggesellschaft bei Bargeld oder teurem Schmuck die Haftung ablehne, sei korrekt. Dass Swiss ihren Kunden verbiete, elektronische Geräte aufzugeben, sei hingegen «heikel».

Die Konsequenz dieser kundenunfreundlichen Swiss-Regelung: Pässe, Bargeld, Schlüssel, Schmuck, Edelmetalle aber eben auch schwerere elektronische Geräte wie Kamera oder Laptop müssen immer ins Handgepäck.

Schaden sofort melden

Wem auf einem Flug Gepäck gestohlen wird, muss den Vorfall sofort der Fluggesellschaft melden und bei der Polizei Anzeige erstatten. So stellt der Fluggast sicher, dass der Schaden von der Reise- oder Diebstahlversicherung übernommen wird, falls sich die Fluggesellschaft – wie im Fall von Christian Gazzarin die Swiss – aus der Verantwortung stielt

13 Kommentare

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  • Kommentar von F. Widmer, Bern
    Schicken Sie einmal etwas mit unseren lieben Post ins Ausland.... Wurde im Paket elektronische Geräte - Unterhaltungselektronik - eingepackt - d.h. auch Kameras, Laptops usw. - so stieht sich die Schweizer Post auch aus der Haftung.... Das kenne ich leider aus eigener Erfahrung, da ich Ebay Ware wie Kameras usw.. ins Ausland verkaufte... damit habe ich nun aufgehört - aus diesem Grund. Swiss ist etwas anderes - aber es gibt immerhin hier Zusatzversicherungen, die man kaufen kann.
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    1. Antwort von Charles Dupond, Vivis
      Auch alle Versicherer versuchen, sich - von der Juxtiz gedeckt statt gedeckelt - vor ihrer Leistungspflicht zu druecken; und das nicht nur fuer Kleinigkeiten wie Kofferinhalte, sondern noch viel gemeiner bei grossen Schaeden, wie invalde Nacken und Hirne nach Auffahrunfaellen. I.c. laege vielleicht nicht einmal die Ausrede, dass die Weisungen des Befoerderers nicht eingehalten wurden, auch fuer die Juxtiz fern genug....
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  • Kommentar von Roger Meyer, Urtenen
    Mit Handgepäck und Fotoausrüstung hatte ich eben erst vor ein paar Tagen bei SWISS in San Francisco dasselbe Theater. Reiseleiter-Dokus, ein Buch aus dem eingecheckten Gepäck (musste ins Handgepäck, da zu schwer, d.h. > 23 kg), persönliche Medikamente, Laptop und eine Spiegelreflexkamera mit 2 Objektiven (28-100 mm, 100-400 mm) = 11.6 kg / nur 1 Handgepäck! Mitnahme erst verboten! Musste ziemlich heftig insistieren, damit ich meine Ausrüstung mit an Bord nehmen konnte...! Flexibles Personal?
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  • Kommentar von K. Räschter, Thurgau
    Selber schuld, wer Laptop, teure Kameras, Schmuck, etc. im Gepäck aufgibt. Fliegt bei uns immer im Handgepäck mit. Zudem steht in den AGBs klar und deutlich, dass die Swiss nicht dafür aufkommt. Also stimmt die Aussage vom SRF nicht, dass sich die Swiss aus der Verantwortung stielt. Denn die Swiss kann doch nicht für falsches Verhalten der Fluggäste verantwortlich gemacht werden. Ich verstehe nicht, warum dauernd auf die "eigene" Airline eingedroschen wird von den CH-Medien.
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