Glasentsorgung nur am Wohnort: Typisch schweizerisch

Der «Espresso»-Beitrag über die Altglasentsorgung ausserhalb des Wohnortes hat für viele Reaktionen gesorgt. Die einen halten das Verbot für kleinlich, die anderen verstehen das Vorgehen der Gemeinden.

Blaue Glassammel-Container in einer Reihe Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Altglasentsorgung rentiert für Gemeinden oft nicht. Keystone

Der Grossteil der «Espresso»-Hörer kann nicht verstehen, dass Altglas nur dort entsorgt werden kann, wo man Abfallgebühren bezahlt. «Hauptsache ist doch, dass das Glas überhaupt in die Container kommt», enerviert sich eine Hörerin in einem Kommentar auf srf.ch/konsum.

Als besonders absurd wird die Regelung dann empfunden, wenn Besucher nach einem Ausflug das Altglas eigentlich nach Hause mitnehmen müssten. Marc Valentini aus Wildhaus (SG) betreibt ein Ferienhaus und kennt das Problem. Die Annahmestelle der Gemeinde sei am Wochenende geschlossen. So würde vielfach das Altglas jedoch einfach anderswo deponiert.

Umstrittene Erhöhung der Altglasgebühren

Auf der anderen Seite sei es verständlich, dass sich die Gemeinden auf das Verursacherprinzip berufen. Am besten würden die Gemeinden darum mehr aus dem Topf der vorgezogenen Entsorgungsgebühren bekommen und dafür alles Altglas akzeptieren, schlägt Marc Valentini vor.

Das ist aber nicht so einfach. «Espresso» hat Anfangs Jahr darüber berichtet, dass die Organisation «Kommunale Infrastruktur» zwar eine Erhöhung der vorgezogenen Entsorgungsgebühren auf Glas fordert, eine solche jedoch vom Bund abgesegnet werden müsste. Der Bund aber sieht seinerseits die Gemeinden in der Pflicht, die Entsorgung kostendeckender zu organisieren.