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Herausforderung für Seilbahnen – Chancen für Touristen
Aus Espresso vom 28.03.2014.
abspielen. Laufzeit 04:22 Minuten.
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Umwelt und Verkehr Herausforderung für Seilbahnen – Chancen für Touristen

Die Ansprüche der Touristen sind massiv gewachsen. Gleichzeitig stehen Konsumenten immer vielfältigere Angebote zur Verfügung. Das versetzt die Schweizer Berggebiete in Zugzwang. Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete wird nach Weiterentwicklungsmöglichkeiten gesucht.

An einer Tagung von Seilbahnen Schweiz und der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete wurde am Donnerstag nach Lösungen für die Bergregionen gesucht. Thomas Egger, Direktor der Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete und Ueli Stückelberger von Seilbahnen Schweiz gaben im Vorfeld über die Herausforderungen und möglichen Lösungsansätze gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso» auf Radio SRF 1 Auskunft.

Inwiefern haben sich die Bedürfnisse von Berg-Touristen verändert?

Porträt
Legende: Thomas Egger, Direktor der Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete. zVg

Thomas Egger: Wenn wir zurückdenken: Früher war doch klar, dass man im Winter Skifahren geht. Das ist heute längstens nicht mehr so. Wir stehen hier in direkter Konkurrenz. Leute gehen zum Beispiel auch im Dezember irgendwo auf der Welt Baden. Diese Konkurrenz müssen wir heute eindeutig auch mit erlebnisreichen Angeboten im Sommer und in der Zwischensaison ausgleichen.

Ueli Stückelberger: Ich meine, im Winter sind die Bedürfnisse noch immer ähnlich wie früher. Gute Pisten, gute Transportmittel und gute Verpflegung. Das ist das, was die Leute wollen. Anders ist es im Sommer. Touristen kommen nicht mehr einfach wegen der schönen Aussicht. Jeder Anbieter muss sich überlegen, was auf seinem Gipfel dem Besucher zusätzlich geboten werden könnte.

Was sind konkrete Massnahmen um auf die veränderten Kundenbedürfnisse zu reagieren?

Thomas Egger: Es geht darum, dass nicht nur die Bergbahnen, sondern die ganze Bergregion den Kunden ins Zentrum stellt. Dabei geht der Trend dahin, dass man ein Billett kauft, dass für alles gilt: Bahn, Lift, Bus, Schwimmbad, Trottinettabfahrt etc. Alles aus einer Hand.

Porträt
Legende: Ueli Stückelberger, Direktor Seilbahnen Schweiz. Keystone

Ueli Stückelberger: Jede Bergregion muss sich in einer Kooperation überlegen: Setzen wir auf Familien, auf Kultur, auf Jugendliche? Danach muss das Angebot von der Ankunft bis zur Heimkehr für den Kunden angepasst werden. Ein gutes Beispiel ist das Angebot von ‚Unesco Biosphäre Entlebuch‘.

Die erwähnten Anpassungen tönen danach, dass man das abkupfert, was in Österreich bereits betrieben wird.

Thomas Egger: Gerade im Tirol ist es den Akteuren tatsächlich gelungen, eine Zusammenarbeit unter den Bergbahnen, aber auch mit anderen Playern wie Hoteliers und Landwirten herzustellen. Da sind wir noch mit etwas Verzug unterwegs. Nichts desto trotz gibt es auch in der Schweiz gute Beispiele. Ich möchte das Angebot der Alpenarena Flims-Laax erwähnen.

Ueli Stückelberger: Es gibt auch in der Schweiz Destinationen die untereinander hervorragend zusammenarbeiten. Deren Produkte sind in sich auch stimmig. Aber natürlich kennen wir auch Gebiete, wo eher jeder für sich alleine arbeitet und das ist tendenziell weniger erfolgsversprechend.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Schaub , Bern, früher Davos
    Seit die Bergbahnen in Davos weder die Gästekarte noch das GA anerkennen und man trotzdem fast den vollen Preis für die Fahrten bezahlen muss, benütze ich die Gondeln und Standseilbahnen viel weniger, da es einfach viel zu teuer ist, um mir das leisten zu können. Ansonsten würde ich gerne wiedermal hinauf aufs Jakobshorn oder auf Weissfluh-Gipfel fahren.
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  • Kommentar von Ruhe in den Bergen , Aarau
    Ich plane meine Wanderungen selber, möglichst abseits von Klettergärten, Trottinettplausch usw. Wenn nun gewisse Gebiete das Totalerlebnis für ihre Gäste planen, hat das auch Vorteile: Ich kann viel besser ausweichen; dort muss ich ja nicht hin. Es gibt in der Schweiz zum Glück genügend Möglichkeiten, stundenlang zu wandern, ohne dem organisierten Erlebnis zu begegnen. Sich in der Natur ungestört aufhalten zu dürfen und sie dabei nicht zu stören, ist das schönste Erlebnis.
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  • Kommentar von Werner Mettler , Stans
    Solange das ganze einigermassen dezent geschieht, warum nicht. Wenn ich aber an die Stanserhornbahn denke, wird dabei übers Ziel hinausgeschossen. Während der gesamten Fahrt mit der Luftseilbahn wird man vom Kabinenvorsteher bequatscht. Zuerst begrüsst und anschliessend wird das ganze Angebot, das einem auf dem Gipfel erwartet, heruntergepredigt inkl. Menuauswahl. Also mich stört sowas. Ich geniesse lieber die Landschaft während der Fahrt.
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