Herausforderung für Seilbahnen – Chancen für Touristen

Die Ansprüche der Touristen sind massiv gewachsen. Gleichzeitig stehen Konsumenten immer vielfältigere Angebote zur Verfügung. Das versetzt die Schweizer Berggebiete in Zugzwang. Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete wird nach Weiterentwicklungsmöglichkeiten gesucht.

An einer Tagung von Seilbahnen Schweiz und der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete wurde am Donnerstag nach Lösungen für die Bergregionen gesucht. Thomas Egger, Direktor der Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete und Ueli Stückelberger von Seilbahnen Schweiz gaben im Vorfeld über die Herausforderungen und möglichen Lösungsansätze gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso» auf Radio SRF 1 Auskunft.

Inwiefern haben sich die Bedürfnisse von Berg-Touristen verändert?

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Bildlegende: Thomas Egger, Direktor der Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete. zVg

Thomas Egger: Wenn wir zurückdenken: Früher war doch klar, dass man im Winter Skifahren geht. Das ist heute längstens nicht mehr so. Wir stehen hier in direkter Konkurrenz. Leute gehen zum Beispiel auch im Dezember irgendwo auf der Welt Baden. Diese Konkurrenz müssen wir heute eindeutig auch mit erlebnisreichen Angeboten im Sommer und in der Zwischensaison ausgleichen.

Ueli Stückelberger: Ich meine, im Winter sind die Bedürfnisse noch immer ähnlich wie früher. Gute Pisten, gute Transportmittel und gute Verpflegung. Das ist das, was die Leute wollen. Anders ist es im Sommer. Touristen kommen nicht mehr einfach wegen der schönen Aussicht. Jeder Anbieter muss sich überlegen, was auf seinem Gipfel dem Besucher zusätzlich geboten werden könnte.

Was sind konkrete Massnahmen um auf die veränderten Kundenbedürfnisse zu reagieren?

Thomas Egger: Es geht darum, dass nicht nur die Bergbahnen, sondern die ganze Bergregion den Kunden ins Zentrum stellt. Dabei geht der Trend dahin, dass man ein Billett kauft, dass für alles gilt: Bahn, Lift, Bus, Schwimmbad, Trottinettabfahrt etc. Alles aus einer Hand.

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Bildlegende: Ueli Stückelberger, Direktor Seilbahnen Schweiz. Keystone

Ueli Stückelberger: Jede Bergregion muss sich in einer Kooperation überlegen: Setzen wir auf Familien, auf Kultur, auf Jugendliche? Danach muss das Angebot von der Ankunft bis zur Heimkehr für den Kunden angepasst werden. Ein gutes Beispiel ist das Angebot von ‚Unesco Biosphäre Entlebuch‘.

Die erwähnten Anpassungen tönen danach, dass man das abkupfert, was in Österreich bereits betrieben wird.

Thomas Egger: Gerade im Tirol ist es den Akteuren tatsächlich gelungen, eine Zusammenarbeit unter den Bergbahnen, aber auch mit anderen Playern wie Hoteliers und Landwirten herzustellen. Da sind wir noch mit etwas Verzug unterwegs. Nichts desto trotz gibt es auch in der Schweiz gute Beispiele. Ich möchte das Angebot der Alpenarena Flims-Laax erwähnen.

Ueli Stückelberger: Es gibt auch in der Schweiz Destinationen die untereinander hervorragend zusammenarbeiten. Deren Produkte sind in sich auch stimmig. Aber natürlich kennen wir auch Gebiete, wo eher jeder für sich alleine arbeitet und das ist tendenziell weniger erfolgsversprechend.

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