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Klarere Regeln beim Rechtsvorbeifahren auf der Autobahn
Aus Espresso vom 18.03.2016.
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Umwelt und Verkehr Klarere Regeln beim Rechtsvorbeifahren auf der Autobahn

Das Bundesgericht hat einen Autofahrer freigesprochen, der auf der Normalspur rechts am Verkehr auf der Überholspur vorbeigefahren ist. Damit lockert das Gericht die bisher strenge Haltung. «Espresso» fragt bei der Verkehrspolizei nach, was das Urteil für die Autofahrer konkret bedeutet.

Polizist
Legende: Frank Rüfenacht, Stv. Chef Verkehr, Kapo Bern. SRF

«Espresso»: Was bedeutet das Bundesgerichtsurteil für Autofahrer?

Frank Rüfenacht, Stv. Chef Verkehr, Kantonspolizei Bern: Das heisst, dass die Situation entschärft wird, wenn auf der Überholspur langsamerer Kolonnenverkehr herrscht und auf der rechten Spur wenig Verkehr. Bis jetzt waren Fahrer auf der rechten Spur verpflichtet, ebenfalls zu bremsen, wenn der Verkehr auf der Überholspur langsamer wurde. Sie durften nicht passiv rechts vorbei fahren.

«Espresso»: Darf man denn beschleunigen auf der rechten Spur?

Rüfenacht: Nein. Das Bundesgericht hat entschieden, dass die Geschwindigkeit auf der rechten Fahrbahn gleich bleiben muss oder minim höher sein darf. Beschleunigen zum Überholen ist verboten.

«Espresso»: Wenn ein Auto langsam auf der Überholspur fährt (z. B. 100 km/h), dürfen dann andere Fahrzeuge auf der rechten Spur mit z.B. 120 km/h daran vorbei fahren?

Rüfenacht: Nein. Hier hat nichts geändert. Diese Situation beeinflusst der Bundesgerichtsentscheid nicht. Das klassische Rechtsüberholen bleibt verboten (nach rechts einschwenken, überholen und wieder nach links einschwenken).

«Espresso»:Was heisst das für die altägliche Arbeit der Verkehrspolizei?

Rüfenacht: Für die Polizei wird die Arbeit auch klarer und einfacher. Wir mussten oft in einer Grauzone Entscheide treffen: Hat ein Fahrer nun rechts überholt, oder war es ein halblegales rechts Vorbeifahren. Der Bundesgerichtsentscheid regelt somit eine Situation, welche im Verkehr alltäglich ist.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Huber , Zürich
    Wer sich rechts überholen lässt, fährt zuweit links, ist eine Verkehrshindernis und müsste dafür gebüsst werden.
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    1. Antwort von Quenzer Karin , Winterthur
      Ich finde es nicht richtig, dass die notorischen Links-Fahrer keine Busse bekommen. Sie behindern oft den Verkehr total, zumal sie eben oft noch einiges langsamer wie 120 fahren. Man müsste auf der rechten Spur genauso 120 fahren dürfen, unabhängig davon, wie schnell der Links fährt!
    2. Antwort von Th. Dörnbach , Zürich
      Frau Quenzer - es gibt das Rechtsfahrgebot; wer sich nicht daran hällt, wird - also zumindest nach dem Verkehrsrecht - gebüsst. Warum das aber nicht gemacht wird, ist hier die zwingende Frage... Warum das nicht in so einem Bericht zur Sprache kam - naja. Dies zu beurteilen überlass ich den Lesern (und der Redaktion)
  • Kommentar von Heinz Born , Bolligen
    "Espresso" fragt im Bericht, ob man an einem langsamen Auto rechts vorbeifahren dürfe. Antwort von Herrn Rüfenacht: " Man darf nicht rechts überholen und wieder nach links enschwenken (klassisches Rechtsüberholen)." Eigentlich ist die Frage damit nicht beantwortet, denn rechts vorbeifahren und auf der rechten Spur bleiben ist für mich nicht das klassische Rechtsüberholen. Gilt für diesen speziellen Fall nicht auch die neue Regel?
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    1. Antwort von Heinz Meier , Kloten
      Sobald man rechts vorbeifaehrt gilt dies Grundsaetzlich als rechts ueberholt, ganz egal ob man wieder einschwaenkt oder nicht. Einzige ausnahmen: Bei Stau oder wenn man aufrund der Beschilderung fuer unterschiedliche Richtungen eingespurt hat. zB linke Spur Bern rechte Spur Basel.
    2. Antwort von David Meier , Buchs
      Wenn man schon auf der rechten Spur fährt und links ein langsameres Fahrzeug fährt, darf man meines Wissens rechts vorbeifahren, wenn man auf der rechten spur bleibt, weil diese Situation nun als Kolonnenverkehr angesehen wird und folglich die Ausnahmeregelung des Rechtsvorbeifahren im Kolonnenverkehr.
  • Kommentar von Joe Schweizer , Basel
    Super. Ein Entscheid der in die richtige Richtung geht. Diesmal hat das Bundesgericht gezeigt dass es doch mit Vernunft geht. Bisher haben die STAWA und die Gerichte meist so entschieden dass man, wenn immer nur möglich, verurteilt wird. Ich hoffe das die Gerichte endlich schaffen in anderen Bereichen auch abzuwägen und der Vernunft vortritt zu geben.
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    1. Antwort von bula p , bei zug
      wenn der entscheid ihnen passt, ist er vernünftig. naja