Zum Inhalt springen

Header

Audio
Mehr Alkohol-Kontrollen, weniger Blutproben
Aus Espresso vom 18.02.2015.
abspielen. Laufzeit 04:16 Minuten.
Inhalt

Umwelt und Verkehr Mehr Alkohol-Kontrollen, weniger Blutproben

Der Bund setzt auf neue Alkoholtests. Anstelle von Blutproben sollen im Normalfall moderne Atemluft-Messgeräte zum Einsatz kommen. Die Folgen für Autofahrer: Sie müssen nicht mehr in Promille, dafür mit mehr Kontrollen rechnen.

Er macht vor Alkohol-Testern nicht Halt: der technische Fortschritt. Moderne Atem-Alkohol-Messgeräte sind laut dem Bund so zuverlässig, dass sie Blutproben im Normalfall ersetzen können. Blutproben sollen in Zukunft nur noch ausnahmsweise durchgeführt werden, etwa auf Verlangen des Autofahrers oder bei Verdacht auf Drogenkonsum.

Das Parlament hat diese Änderung im Rahmen des Verkehrssicherheits-Programms «Via sicura» bereits beschlossen. Nachdem nun auch Kantone, Organisationen und andere Interessenten dazu Stellung nehmen konnten, entscheidet der Bundesrat über das weitere Vorgehen. So auch darüber, ob die Änderungen wie vorgesehen bereits ab Mitte 2016 gelten.

Abschied von Promille-Werten

Für Autofahrerinnen und Autofahrer bedeutet das neue System, dass sie mit häufigeren Kontrollen rechnen müssen. «Atem-Alkohol-Messgeräte ermöglichen es, dass die Kontrollen deutlich intensiviert werden», sagt Uwe Ewert, Verkehrspsychologe bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu). Die Atem-Messung sei deutlich einfacher als die Blutprobe, die heute ab 0,8 Promille vorgeschrieben ist.

Die modernen Geräte messen die ausgeatmete Luft mit zwei voneinander unabhängigen Verfahren. Stimmen die beiden Werte überein, zeigt das System das Resultat an – und zwar in Milligramm Alkohol pro Liter Atemluft. Die bekannte 0,5-Promille-Grenze entspricht einem Wert von 0,25 Milligramm Alkohol pro Liter Atemluft, 0,8 Promille entsprechen 0,4 mg/l.

Ein-Glas-Regel wichtiger als Masseinheit

Ob die neue Masseinheit die Promille-Grenze auch am Stammtisch und in den Köpfen ersetzt, bleibt abzuwarten – und spielt auch keine grosse Rolle. Entscheidend ist für den Verkehrspsychologen Uwe Ewert: «Jeder muss wissen, dass er mit einem Glas im Normalfall noch gut zurechtkommt und dass es ab dem zweiten Glas schwierig werden kann.»

Die neue Messmethode ist nach wie vor umstritten. Das zeigt die Anhörung, die am Dienstag abgeschlossen wurde. Die Arbeitsgemeinschaft der Chefs der Verkehrspolizeien zum Beispiel bezweifelt, dass es überhaupt taugliche Atemluft-Messgeräte geben wird, die in Polizeiautos mitgeführt werden können. Ausserdem sei der Wegfall der Blutprobe ein Nachteil bei der Beweisführung.

Die Konferenz der Polizeidirektoren und auch jene der städtischen Sicherheitsdirektoren wollen, dass die neuen Bestimmungen erst auf Anfang 2017 eingeführt werden. Die Schweizerische Gesellschaft für Rechtsmedizin hatte die Beweiskraft der Atem-Alkohol-Messgeräte bereits früher angezweifelt. Sie verzichtete auf eine Stellungnahme im Rahmen der Anhörung.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von Christian Schulthess , 8824 Schönenberg
    Ich selber bin ein Biertrinker und ich finde es enorm wichtig, dass die 0.0 Promille gelten auch wenn man zu Fuss unterwegs ist in der Öffentlichkeit. Überhaupt sollte man an Bahnhöfen und Busstationen, Alkoholtestgeräte installieren wo jeder 4 Mal die Woche sich kontrollieren muss, dass Gerät gibt dann ein Beleg heraus, der Ende Monat bei seiner Gemeinde abgeben werden muss. So bekommt die KESB mehr Fälle und die SP freuts. Hoch lebe der Bevormundungs- Polizei- Kontroll- und Schurkenstaat CH.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Harry J. Heutschi , z.Z. Madrid
    Alkoholisiertes Fahren ist nicht zu tolerieren. 0,5 Promille jedoch ist reine Abzocke und Geldmacherei der Behörden. Willkür herrscht. Das ist wie bei den Geschwindigkeitskontrollen. Auch da herrscht pure Willkür. Immer langsamer und immer komplizierter werden die Strassen und deren Vorschriften. Parkbussen und dergleichen, überspitzten Formalismus zeigt wie nötig die Behörden das angebliche Bussengeld der Bevölkerung haben. Den vorgegaukelten Unsinn/Betrug der gewollten Bussen ist erkannt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Ralph Nef , Igis
    Am besten man würde das Gesetz so ändern das Alkohol komplett Verboten wird beim Führen eines Fahrzeugs egal ob Velo oder PW oder Lkw Schiffe usw... 0.0 und bei Verstössen Chek weg und Minimum eine Busse so hoch wie seine Steuer im Jahr des Steuerbaren Einkommens. Bei nochmaligem Vergehen Kiste... Den immer wenn die Idioten Besoffen fahren überleben sie es aber die nüchtern die ohne Schuld in Unfall kommen ziehen aus irgend einem Grund den kürzeren.. Und das darf nicht sein
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
    1. Antwort von Ruedi , Stäfa
      Mit 0.5 Promille ist man noch lange nicht "besoffen" und den anderen geht es genauso wie sie es beschreiben. LW-Fahrer haben schon 0,0, falls sie das nicht wissen sollten. Aber ein wenig ausrufen tut immer gut, gäll Ralph.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Christoph Lorenz Aeberhard , CH - 6062 Wilen ( Sarnen )
      Einer der glaubt zu wissen wie es geht. Solches ansinnen bezeugt nicht viel von Weitsicht trotz allen Verfehlungen, wir sind Menschen und bleiben es Maschinen können wir Menschen programmieren und wieviel elend haben wir schon produziert ? Sind wir wirklich Unschuldig oder ist es eine Fatamorgana, wieviel Menschne haben Sie Herr Nef, ja Sie Herr Nef gequält unschuldig ? Sie konnten sich nicht wehren und haben den Schmerz mit dem berühmten Glasinhalt gedämpft UNSCHULDIG ?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen