Mehr Frauen-WC, weniger Warteschlangen!

Das wünscht sich «Espresso»-Hörer Willi Sutter aus Kloten (ZH) für 2014. Sein Anliegen richtet sich direkt an Architekten, die am Anfang der Gebäudeplanung stehen. Aber: Am Schluss entscheidet das Geld, und somit der Bauherr. Und hier liegt der Hauptgrund für den Schlamassel.

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Bildlegende: Vor Damen-Toiletten ist die Warteschlange oft länger. Colourbox

Vom Bund geregelt ist lediglich, dass ein Veranstalter seinem Publikum geschlechtergetrennte Toiletten anbieten muss. Der Rest, zum Beispiel die Anzahl der Kabinen oder die Aufteilung von Männer- und Frauen-Toiletten, sind lediglich Empfehlungen der Gemeinden und Kantone. Dass diese Empfehlungen kaum eingehalten werden, hat es in der «Espresso»-Serie «Da mues öppis gaa!» mit vier Prozent der Stimmen auf den fünften Platz der Konsumentenärger geschafft.

Andreas Hunkeler arbeitet beim Umwelt-und Gesundheitsschutz der Stadt Zürich, in der Abteilung Energietechnik und Bauhygiene. Er erlebt es immer wieder, dass er mit seinen Empfehlungen bei Bauherren an Grenzen stösst: «Es ist eine Frage der Investition, und so wird die Einteilung von Frauen-und Männer-Toiletten sehr häufig zu Ungunsten der Frauen entschieden.» Pissoirs sind schlicht billiger und auf weniger Platz lassen sich viel mehr Schüsseln installieren.

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«Da mues öppis gaa!»

«Da mues öppis gaa!»

Die dringendsten Konsumen- tenwünsche für das 2014. 1692 «Espresso» Hörer haben einem der fünf Top-Vorschläge ihre Stimme gegeben. Hier finden Sie die Resultate.

Auch Architekten stossen an dieselben Grenzen

Nicht selten sei der gute Wille für mehr Frauen-WCs beim Architekten durchaus da, nur werde den Plänen auf dem Papier dann vom Geldgeber der Garaus gemacht. So beschreibt Christian Reinmann die Situation. Er ist Architekt bei «Schwaar und Partner AG» in Bern, welche für Grossprojekte wie das «Stade de Suisse» oder das Eisstadion «PostFinance Arena» in Bern die Pläne gemacht hat. Er sieht gleich mehrere finanzielle Hürden: «Einerseits stehen WC-Anlagen auf teurem Grund. Was aber dazukommt ist der Unterhalt, welcher wohl noch teurer ist als das Erstellen der Anlagen. Und was nicht zu unterschätzen ist: Der Vandalismus in WC-Anlagen.»

Tipp: Reklamieren!

Beide, der Architekt und der Fachmann bei der Stadt Zürich stossen also immer wieder an Grenzen bei ihren Bemühungen, die Warteschlangen vor Frauen-WCs zu verkleinern. Andreas Hunkeler von der Abteilung Energietechnik und Bauhygiene in Zürich glaubt an die Macht der Konsumentinnen und rät: «Wenn es an einem Ort nicht funktioniert, sollte man sein Anliegen an der richtigen Stelle platzieren. Und wenn keine Abhilfe in Sicht ist: Solche Orte halt meiden.»