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Swisspassagier
Legende: Erwin Allemann war Blinder Passagier. SRF
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Umwelt und Verkehr «Nicht im Flieger»: Swiss macht Kunden zum blinden Passagier

Einem Passagier wird beim Rückflug der Zutritt zum Flugzeug verwehrt. Die Begründung der Swiss: Der Mann sei nicht beim Hinflug anwesend gewesen. Doch er war es und kann es sogar mit Fotos beweisen. Beängstigend: Wenn eine Airline nicht weiss, wer im Flugzeug sitzt.

Erwin Allemann kann es heute noch nicht fassen: Der IT-Spezialist flog mit Swiss geschäftlich nach Düsseldorf. Beim Check-in für den Rückflug hiess es, er stehe nicht auf der Passagierliste, sein Ticket sei nicht mehr gültig.

«Stopp! Sie waren nicht auf dem Hinflug»

«Am Swiss-Schalter sagte man mir, wir können sie nicht einchecken. Sie waren nicht auf dem Hinflug.» Erwin Allemann konnte das nicht nachvollziehen. Swiss wie andere Fluggesellschaften auch schreiben fest, dass der Flugschein nur gültig bleibe, wenn die Flüge in der gebuchten Reihenfolge angetreten würden.

Handy
Legende: Erwin Allemann fotografierte auch den Flight Attendant. SRF

Wenn der Hinflug nicht angetreten wird, verfällt also auch gemäss Bestimmungen das Rückflugticket. Diese Bestimmung ist äusserst umstritten, wie «Kassensturz» zeigt.

Bordkarte und Fotos als Beweis

Doch für Erwin Allemann war es geradezu absurd. Er hatte den Hinflug benutzt und konnte es auch beweisen, dass er am Abend vom 28. September mit Swiss nach Düsseldorf geflogen war: Die Hotelrechnung belegt, dass er in Düsseldorf übernachtete und auf einem Handy hat er immer noch die Boardkarte seines Hinfluges.

Doch am Check-in in Düsseldorf interessierte sich niemand dafür. Um zurückzureisen, musste er ein neues Ticket kaufen.

Swiss: «Passagier hat Jet nicht bestiegen»

Die Swiss schliesst eigene Fehler beim Abflug am Gate in Zürich aus. Sie schreibt «Kassensturz», der Kunde habe zwar vor dem Hinflug eingecheckt und die Boardkarte auf sein Mobiltelefon erhalten: «Jedoch hat Herr Allemann gemäss der uns vorliegenden Informationen weder die Bordkarte am Gate eingescannt noch das Flugzeug bestiegen.»

Das ist nicht nachvollziehbar für Erwin Allemann. Ebensowenig wie das Argument der Mitarbeiter in Düsseldorf, er sei vielleicht mit einer andern Airline geflogen. «Welcher normale Mensch kauft zwei Tickets, für zwei Flüge etwa um die gleiche Zeit, um an denselben Ort zu hinzufliegen?»

Erwin Allemann hat im Flugzeug zufälligerweise Fotos gemacht, das Datum und die Uhrzeit stimmen mit der Abflugzeit überein. Doch die Swiss bleibt stur bei Ihrer Behauptung. , Link öffnet in einem neuen Fenster

Vito Roberto.
Legende: Vito Roberto. SRF

Für Rechtsprofessor Vito Roberto zeigt der Fall von Erwin Allemann vor allem eines, wie seltsam diese Regelung ist: «Dass am Schluss der Kunde nachweisen muss, dass er effektiv auf dem Hinflug war und sonst wird er nicht für den Retourflug zugelassen, zeigt ja, dass diese Klausel unmöglich rechtsgültig sein kann.»

Ausserdem werfe der Fall auch bezüglich Sicherheitsvorkehrungen Fragen auf.

Swiss zahlt doch noch

Erst als «Kassensturz» die Swiss im zweiten Anlauf vor der Sendung mit den Fotos konfrontiert, schreibt die Airline, sie schliesse nicht vollständig aus, dass ihre beiden Systeme zur Fluggasterfassung gleichzeitig nicht korrekt funktioniert hätten, und: «Aufgrund der von Herrn Allemann vorgelegten Indizien zu seiner Anwesenheit an Bord werden wir seinen Fall und die genauen Ursachen nun weiter im Detail prüfen.»

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Menzi , Thailand
    Es stimmt nicht in ihren Angaben, dass der Schweizer mehr bezahlen muss. Ich lebe in Thailand und wenn ich ein Ticket nach Zürich will, bezahle ich das doppelte wie wenn ich ein Rückflugticket von Zürich nach Thailand kaufe. Schön wäre es, wenn man die Tickets Hin-/ Rückflug auch anders rum abfliegen könnte.
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    1. Antwort von Armin Heinzmann , Tampa
      Ja, geht mir leider auch so aus Florida. Die SWISS versucht, uns Auslandschweizer knallhart abzuzocken. Fliege jetzt halt mit Air Berlin ab Fort Myers. Werde auch in Zukunft versuchen, die SWISS zu meiden. Ich finde es einfach eine Frechheit, was die unter Deutscher Führung mit uns Schweizern machen.
  • Kommentar von Andreas Buri , Gümligen
    Mir u auch 1nem Mitarbeiter der Firma 2012 ein Rückflug von Düsseldorf verweigert od nur gegen Aufpreis ermöglicht. Grund: Hinflug nach Düsseldorf an die Drupa verpassten, da Hinreise mit dem Firmeninhaber und dem Auto. Als Freq. Flyer schaffte ich Check in, da ich die Dame überzeugte. Beim Kollegen wurde sie aber kritisch, stoppte den Prozess. Wir buchten schlussendlich Air Berlin 1way. Fazit: 2016 gleiche Reise ist bereits mit Air Berlin gebucht. LX nein danke...so nicht mit mir
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  • Kommentar von Philippe Armbruster , Rüschlikon
    Im Gegensatz zu den sogenannten "Qualitäts-Airlines" wird man bei der Billiggesellschaft Easyjet fairer behandelt. So werden ein Retourflug als zwei einzelne Flüge betrachtet, und es kommt nicht darauf an, ob man den Hinflug benutzt oder nicht. Trotz Billigimage sind sie menschlicher. Ich habe letztes Jahr einen Easy Flug wegen einer Zugsverspätung verpasst. Am Customer Service Schalter wurde ich ohne Mehrkosten auf einen späteren Flieger umgebucht.
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