Occasionsgeräte sind nur vermeintliche Schnäppchen

Wer statt eines neuen Kühlschranks oder eines Backofens eine Occasion kauft, kann mehrere hundert Franken sparen. Jedenfalls beim Kauf. Aber Achtung: Bei alten Geräten muss man umso mehr für den Strom bezahlen.

Ein alter Kühlschrank und ein alter Backofwen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Alte Küchengeräte sind enorme Energiefresser. SRF

Das Angebot auf Online-Plattformen und in Bauteil-Börsen ist verlockend: Für gebrauchte Kühlschränke, Backöfen oder Geschirrspüler bezahlt man hier einen Bruchteil des Neupreises. Es lohnt sich jedoch, neben dem Preis auch den Energieverbrauch genau anzuschauen.

«Bei einem älteren Kühlschrank kann der Stromverbrauch durchaus 100 Franken pro Jahr ausmachen», sagt Felix Frey vom Bundesamt für Energie gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1.

Für Kühlschränke und andere Geräte, die immer oder häufig in Betrieb sind, lohne sich ein Occasionskauf oft nicht. Freys Tipp: Ein günstiges Neugerät kaufen, dass deutlich weniger Energie braucht und auch noch länger funktioniert.

«Auf effizienteste Produkte setzen»

Auch der WWF Schweiz ist gegenüber dem Occasionshandel mit grossen Haushaltsgeräten kritisch eingestellt: «Es ist entscheidend, dass man immer auf das aktuell effizienteste Produkt setzt», sagt Jennifer Zimmermann vom WWF. Darauf sollten ihrer Meinung nach nicht nur Käufer, sondern auch Occasionshändler achten.

Nach zwölf Jahren ersetzen

Der Unterschied zwischen älteren und neuen Elektrogeräten wird immer grösser. Der Grund: Für Neugeräte gelten immer strengere Effizienzvorschriften.

Wer ein altes Gerät betreibt, verbraucht deshalb mehr Strom, als nach dem heutigen Stand der Technik nötig wäre. Und das drückt auch aufs Portemonnaie. Generell gilt: Sind Geräte wie Kühlschränke, Backöfen, Waschmaschinen oder Tumbler älter als zwölf Jahre, lohnt sich der Ersatz.

«Espresso» hat schon früher darüber berichtet, dass sich ein Neukauf rasch durch tiefere Stromkosten amortisieren lässt (siehe Box «Service»).

Natürlich brauch die Herstellung und Entsorgung von Elektrogeräten auch Energie. Aber, sagt Jennifer Zimmermann vom WWF: «Bei Geräten, die immer oder häufig laufen, kann man davon ausgehen, dass der Energieverbrauch für den Betrieb viel höher ist als jener für die Herstellung.»