Ozon – die Schattenseite des Sommers

Die warmen und sonnigen Tage zeigen Wirkung. In vielen Gebieten der Schweiz werden die Ozon-Grenzwerte zum Teil deutlich überschritten. Auch wenn die Werte nicht mehr so hoch sind wie noch vor 20 Jahren: Ozon bleibt eine Gefahr für die Gesundheit.

«Typisch sind Atemwegsbeschwerden und Attacken bei Asthmatikern» umschreibt der Luftverschmutzungsexperte Nino Künzli im Interview mit «Espresso» die möglichen Folgen von Ozonkonzentrationen deutlich über dem Grenzwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter.

«Es müssen auch vermehrt Personen ins Spital eingeliefert werden und es sterben mehr Personen» erklärt Nino Künzli weiter. Immerhin: Die Ozonkonzentrationen liegen nicht mehr gar so hoch wie noch vor noch vor 10 bis 20 Jahren. Umweltepidemiologe Nino Künzli von der Uni Basel führt das unter anderem auf verschärfte Abgasvorschriften zurück.

Grenzwert überschritten – nichts passiert

An sonnigen Sommertagen wird der Grenzwert für Ozon regelmässig überschritten. Ohne Folgen. Der Grenzwert habe dennoch seine Berechtigung, betont Nino Künzli: «Der Grenzwert ist auch ein Messinstrument, mit dem wir die Ozonkonzentrationen über Jahre vergleichen können.»

Ausserdem bedeutet die Erreichung des Grenzwertes nicht für alle Personen das Gleiche. «Wie stark jemand auf Ozon reagiert, kann auch genetische Gründe haben.»

Der Grenzwert könne für die Betroffenen auch ein Warnzeichen sein, auf sportliche Aktivitäten zu verzichten und sich mehr in Innenräumen aufzuhalten. «So kann man sich vor hohen Ozonkonzentrationen schützen.»

Gut informiert – gut geschützt

Besonders gut schützen kann sich auch, wer gut informiert ist. Hier helfen die über 100 Ozon-Messstationen in der Schweiz. Die Ozonkonzentrationen schwanken nämlich von Ort zu Ort.

Grossen Einfluss haben insbesondere Höhe über Meer sowie Wind und Wetter. Die kantonalen Behörden informieren die Bevölkerung erst, wenn der Ozonwert an mehreren Messstationen und über mehrere Tage den Wert von 180 oder mehr Mikrogramm pro Kubikmeter erreicht.

Der Wert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter entspricht dem anderthalbfachen Ozon-Immissionsgrenzwert der Schweizer Luftreinhalteverordnung.