Streptomycin vernichtet weiter Honig

Neun Tonnen Honig mussten Thurgauer Imker letztes Jahr vernichten. Er war mit dem Antibiotikum Streptomycin verseucht. Dieses wurde zum Schutz von Apfelbäumen versprüht. Nun hat der Bund auch dieses Jahr den Einsatz von Streptomycin bewilligt.

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Das Antibiotikum Streptomycin darf auch in diesem Frühling zum Schutz gegen die Pflanzenkrankheit Feuerbrand eingesetzt werden. Was die Obstbauern erfreut, ärgert die Imker.

Im letzten Jahr mussten neun Tonnen Thurgauer Honig entsorgt werden, weil sie mit Streptomycin belastet waren. Zwar wurden die betroffenen Imker entschädigt. «Aber für den einzelnen Imker ist das jeweils eine furchtbare Sache, da steckt viel Herzblut dahinter», weiss Rene Stucki. Er ist Vereinspräsident der Thurgauer Bienenzüchter.

Bundesamt nimmt Honigverlust in Kauf

Bewilligt wurde das Antibiotikum vom Bundesamt für Landwirtschaft. «Wir kennen die Sorgen der Imker», meint Eva Reinhard vom Bundesamt. «Jedoch kennt die Wissenschaft noch kein wirksameres Mittel gegen den Feuerbrand. Wir sind auf das Antibiotikum angewiesen.» Es stehen somit die Interessen der Obstbauern gegen die Interessen der Imker.

Vielleicht löst sich der Konflikt in diesem Jahr von selbst. Es steht zur Debatte, dass nicht der gesamtschweizerische Obstverband für den entstandenen Schaden aufkommen muss, sondern die Thurgauer Obstbauern alleine. So hätten diese eine grosse Motivation, um Streptomycin gezielt einzusetzen, meinr Reinhard.

Honig vs Äpfel

3:26 min, aus Espresso vom 01.02.2012