Swisspass: Eine Karte doch nicht für alles

Mit dem Slogan «Einer für alles» wurde unter Federführung der SBB der Swisspass lanciert. Alle Abonnemente für die persönliche Mobilität auf einer Karte. Ein Kunde stellt allerdings fest: Noch lassen sich nicht einmal gebräuchliche SBB-Abos aufs rote Kärtchen laden.

Ruedi Estermann war kürzlich am SBB-Schalter, um für seinen ältesten Enkel eine Enkelkarte zu kaufen. Für 30 Franken kann er ihn so, ohne zusätzliches Billett, im öffentlichen Verkehr mitnehmen.

Aus dem Plan, die Enkelkarte wie das GA direkt auf den Swisspass zu laden, wurde allerdings nichts: «Ich habe nur so ein Zettelchen erhalten, ähnlich wie ein Bahnbillett», erzählt Estermann dem Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1.

Das einfachste der Welt?

Mit vier Enkeln hätten er und seine Frau in zwei Jahren also je vier solche Kärtchen im Portemonnaie.

Die SBB würden sich doch so attraktiv geben, meint Estermann. Weshalb könne dann die Enkelkarte nicht auf den Swisspass geladen werden? «Das wäre doch das Einfachste der Welt.»

Ganz so einfach sei dies nicht, widerspricht SBB-Sprecher Reto Schärli. Der Swisspass sei eben nicht nur ein Produkt der SBB, sondern von rund 200 Transportunternehmungen. Jedes dieser Unternehmen müsse alle Abos auf dem Swisspass lesen können, damit dieser kundenfreundlich sei. «Dafür», meint Schärli, «müssen im Hintergrund noch ein paar technische Hürden übersprungen werden.»

Noch kein Termin für Enkelkarte auf Swisspass

Sobald dies so weit sei, würden auch die Enkelkarte oder die Juniorkarte für die eigenen Kinder auf den Swisspass geladen. Einen Zeitplan dafür gebe es aber noch nicht, sagt Schärli. Zunächst kämen Ende Jahr die Abos von zwei Westschweizer Verkehrsverbünden auf den Swisspass.