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Tiefere Steuern dank Lebensmittelspenden?
Aus Espresso vom 15.05.2014.
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Umwelt und Verkehr Tiefere Steuern dank Lebensmittelspenden?

Rund ein Drittel der Lebensmittel wird in der Schweiz weggeworfen. Diese Verschwendung möchte der Bund eindämmen. Eine Arbeitsgruppe schlägt vor: Firmen die Lebensmittel spenden, sollen weniger Steuern zahlen.

Die Idee stammt von Lorenz Hirt. Er ist Co-Geschäftsführer der Föderation der Schweizerischen Nahrungsmittel-Industrien (Fial) und Mitglied einer Foodwaste-Arbeitsgruppe des Bundes. Er will für Firmen steuerliche Anreize schaffen, damit diese Lebensmittel spenden. «Wenn die Firmen gespendete Lebensmittel von den Steuern abziehen könnten, wäre das vielleicht ein Anreiz, mehr Lebensmittel zu spenden», sagt Hirt gegenüber der Konsumentensendung «Espresso» von Radio SRF 1. Für Unternehmen sei es billiger, überschüssige Lebensmittel wegzuwerfen, als sie einer Organisation wie «Tischlein deck dich», «Schweizer Tafel» oder «Caritas» zu spenden.

«Wenn eine Firma Lebensmittel spendet, ist das aufwendiger als wegwerfen. Das Personal muss darauf achten, dass beispielsweise die Kühlkette eingehalten und die Waren fürs Abholen bereit sind. Das alles kostet Geld», erklärt Lorenz Hirt

Noch gibt es keinen Steuervorteil

Darum seine Idee, dass Firmen den Verkaufspreis der gespendeten Lebensmittel von den Steuern abziehen können. «Bei der Steuerverwaltung wies man mich aber daraufhin, dass in diesem Fall auch der Gewinn versteuert werden müsse, was den Steuervorteil wieder aufhebt.» Darum wird wahrscheinlich nichts aus dem Steuerabzug für gespendete Lebensmittel. «Die eidgenössische Steuerverwaltung hat abgewunken», sagt Hirt.

«Tischlein deck dich» nimmt noch einwandfreie Lebensmittel entgegen und verteilt sie an Bedürftige. «Wir begrüssen jede Initiative, die die Spendebereitschaft der Lebensmittelindustrie erhöht», sagt Mediensprecherin Caroline Schneider. Pro Jahr würden von der Lebensmittelindustrie eine Million Tonnen Lebensmittel vernichtet. 2013 konnte «Tischlein deck dich» zusammen mit der «Schweizer Tafel» rund 7000 Tonnen Lebensmittel vor der Vernichtung retten. Das ist ein knappes Prozent. «Es besteht also noch sehr viel Potenzial», sagt Schneider.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Keller , Humlikon
    steuerabzug würde nur fördern, dass noch mehr lebensmittel angeboten werden, die dann doch nicht verkauft werden. die anbieter sind in der verantwortung, aber auch die konsumenten. es braucht mut, lieber ein regal mal leer werden lassen (vor allem bei frischprodukten), als ständig aufzufüllen und dann doch wegwerfen zu müssen. und wer erst 10 minuten vor ladenschluss kommt, muss meiner meinung nach nicht mehr alles vorfinden können, was tagsüber verfügbar war. verfalldaten sind zT überflüssig.
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  • Kommentar von Mike Brunner , Lachen
    Gerade von Coop und Migros, unseren 2 Genossenschaften, dürfte man dies doch auch erwarten ohne zusätzlichen finanziellen Anreize. Die zusätzlichen Kosten für Personal, Kühlung etc. können ja schon heute von den Steuern abgezogen werden. Die heutige Gewinnoptimierungspolitik inkl. Marktverdrängung von Kleinläden ist wohl nicht wirklich im Sinne der Erfinder.
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