Wenn der Blechpolizist lügt: Radarfallen messen falsch

Sie sind der Schrecken aller Autofahrer: Radargeräte – die Tempo-Überwacher auf den Strassen. Doch diese Blitzer messen nicht immer fair. «Kassensturz» zeigt: Zuweilen blitzten sie Autofahrer schon mal doppelt.

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Wenn der Blechpolizist lügt: Radarfallen messen falsch

6:11 min, aus Kassensturz vom 3.2.2015

Radarbussen sind bei Autofahrern in etwa gleich beliebt wie kilometerlange Staus oder hohe Benzinpreise. Den Spitzenplatz in der Liste «Ärgernisse von Autofahrern» übernehmen die Knöllchen spätestens dann, wenn sie zu Unrecht ausgestellt wurden.

Doppelt geblitzt

Eine solch «unfaire» Busse hat Guido Mancini erhalten. Der Verkäufer von Kopiergeräten wurde auf seinem Arbeitsweg geblitzt, kurz nach dem Gubrist-Tunnel hat es ihn erwischt. Der grosse Frust kam aber erst mit der Post. Die Kantonspolizei Zürich sendete ihm nämlich nicht eine, sondern gleich zwei Rechnungen. Mancini wurde also zur gleichen Zeit, am gleichen Ort von der gleichen Radaranlage zweimal geblitzt.

Unterschiedliche Geschwindigkeiten

Und als wäre dies nicht ungewöhnlich genug, stimmten die gemessenen Geschwindigkeiten nicht einmal überein. Guido Mancini sei sowohl mit 98 Stundenkilometern, als auch mit 103 Stundenkilometern unterwegs gewesen. Die Folge: Eine Busse in der Höhe von 120 Franken und eine zweite mit einem Betrag von 180 Franken. Und das, obwohl der Gebüsste nur in eine und nicht in zwei Radarfallen tappte.

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«Fehlmessungen sind häufig»

Falsche Radarmessungen seien nicht bloss die Ausnahme, sagt Hansruedi Schenker, Geschäftsführer des Vereins Radarzentrale: «Zwei bis drei Mal wöchentlich melden sich Autofahrer bei mir, die überzeugt sind, fälschlicherweise geblitzt worden zu sein. Die Anlagen sind zwar technisch gut, sie werden aber oft nicht richtig bedient.» Melden sich mehrere Autofahrer wegen derselben Radaranlage, geht Hansruedi Schenker juristisch dagegen vor. Vier Mal habe er schon erfolgreich gegen falsche Radarmessungen geklagt und vor Gericht erstritten, dass mehrere tausend Autofahrer ihr Geld zurückbekamen.

Polizei bestätigt Fehlmessung

Die Kantonspolizei Zürich bestätigt, dass es zu doppelten und damit falschen Messungen kommen kann. Mediensprecher Werner Schaub erklärt: «In seltenen Fällen kann es sein, dass ein Radarstrahl von einem anderen Auto abgelenkt wird. Dadurch kann es zu einer sogenannten Doppelerfassung kommen.» Solche Fehlmessungen sollten vom Messfunktionär oder in der Administration bemerkt werden. Werden die falschen Messungen dennoch übersehen, bekommt der gebüsste Autofahrer – so wie Guido Mancini – fälschlicherweise zwei Bussen.

Nur eine Busse bezahlt

Die Polizei ermuntert Autofahrer, die das Gefühl haben, zu Unrecht geblitzt worden zu sein, sich zu melden. Dies hat auch Guido Mancini getan. Die Polizei hat ihren Fehler zugegeben, sich entschuldigt und ihm die ungerechtfertigte Busse erlassen. Zudem werde bei der Kantonspolizei Zürich nun intern abgeklärt, wie solche Fehlmessungen in Zukunft verhindert werden können.

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