Privathaftpflicht-Angebote im Vergleich

Es ist wichtig, eine Privat-Haftpflichtversicherung zu haben. Denn diese kann vor millionenhohen Schadensforderungen bewahren. Der «Kassensturz»-Vergleich zeigt: Die Preisunterschiede sind gross, und tückische Fussangeln lauern im Kleingedruckten.

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Privathaftpflicht-Angebote im Vergleich

6:40 min, aus Kassensturz vom 10.4.2012

Wer jemandem Schaden zufügt, kann gemäss Obligationenrecht dafür haftbar gemacht werden. Das kann gehörig ins Geld gehen: Die Beschädigung des ausgeliehenen Autos kann Tausende von Franken kosten, die Verletzung einer Person kann sogar in die Millionen gehen. Haftpflichtversicherungen decken solche Schäden für verhältnismässig wenig Geld ab.

Dennoch haben immer noch zwischen 10 und 20 Prozent der Schweizer keine Privat-Haftpflichtversicherung. «Das ist für mich unverständlich», sagt VZ-Versicherungs-Experte Stefan Thurnherr. Für ihn ist die Privat-Haftpflichtversicherung die wichtigste freiwillige Versicherung überhaupt.

Alle grossen Versicherer und einige Krankenkassen bieten eigene Privat-Haftpflichtversicherungen an. Daneben gibt es Online-Angebote. Die Höhe der Jahresprämie richtet sich nach dem Profil des Kunden und nach den gewünschten Versicherungszusätzen. Mieter bezahlen mehr als Eigentümer, Singles kommen günstiger weg als ganze Familien.

Der Versicherungs-Vergleich zeigt, eine Familie, die in Miete wohnt, bezahlt zwischen 102 und 200 Franken. Singles können bereits ab 77 Franken pro Jahr eine Haftpflichtversicherung abschliessen.

Teure Zusätze

Der wichtigste Zusatz für eine Haftpflichtversicherung ist der für das Führen fremder Autos. Die Zuschläge dafür können bis fast 90 Franken betragen.

Das sind die 3 günstigsten Haftpflichtversicherungen, inklusive dem Zusatz für das Führen fremder Autos:

  • Bei Axa-Winterthur kostet die Versicherung «Box Basic» 125 Franken.
  • Mobiliar verlangt für die kombinierte Haftpflichtversicherung 163.30 Franken.
  • Bei SmileDirect kostet das Paket aus Grundversicherung und Fahren fremder Fahrzeuge 175.50 Franken, das ist weniger als die teuersten Grundversicherungen alleine

2 Millionen Franken Deckungssumme sind knapp

Wer eine solche Versicherung abschliesst, sollte aber nicht nur auf die Prämie allein achten. VZ-Versicherungs-Experte Stefan Thurnherr empfiehlt, eine Haftpflichtversicherung mit mindestens 5 Millionen Franken Deckungssumme abzuschliessen. Er warnt: «Ein Personenschaden kann schnell 3 bis 6 Millionen Franken betragen, denn es werden sämtliche Kosten aufgerechnet, inklusive beispielsweise Lohnausfall.»

Ältere Haftpflichtversicherungs-Policen sind oft auf 2 Millionen Franken Deckung ausgelegt. Hier lohnt es sich, nachzuschauen und gegebenenfalls eine neue Police abzuschliessen.

Vorsicht beim Selbstbehalt

Wichtig ist auch, die Höhe des Selbstbehalts zu prüfen. Besonders bei Mieterschäden. 40 Prozent aller Haftpflichtschäden werden von Mietern verursacht. Haftpflicht-Versicherungen unterscheiden sich hier vor allem darin, wie sie mit dem Selbstbehalt umgehen. Die meisten Versicherer verrechnen den Selbstbehalt pro Schadenfall oder pro Wohnungswechsel nur einmal.

Es gibt aber auch Versicherer, die weniger kulant sind: Allianz verrechnet den Selbstbehalt pro Zimmer, und SmileDirect verrechnet pauschal einen erhöhten Selbstbehalt von 300 Franken pro Wohnung.

Gesetzliches Minimum versus Kulanz

Bei Privat-Haftpflichtversicherungen lohnt sich vor dem Vertragsabschluss ein Blick ins Kleingedruckte, denn die Versicherer regeln verschiedene Risiken unterschiedlich kulant.

«Bei Schäden durch kleine Kinder, bei Spiel und Sport, sowie bei Gefälligkeitsdiensten streichen einige Versicherer die Leistungen oder nehmen Abzüge vor, während andere bis zur vereinbarten Versicherungssumme bezahlen», weiss VZ-Versicherungs-Experte Stefan Thurnherr.