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Teerbetrüger
Legende: Teerbetrüger an der Arbeit. SRF
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Wohnen Die «Teerbetrüger» suchen wieder Arbeit

In Arbeitskleidern und oft mit oranger Weste ausgerüstet, fahren sie auf Schweizer Hausplätzen vor: die «Teerbetrüger». Weil sie auf anderen Baustellen nicht allen Teer aufgebraucht hätten, könnten sie den Vorplatz günstig teeren, so das Angebot. Die Polizei warnt vor Pfuscharbeiten.

«Espresso» berichtete schon vor zwei Jahren darüber. Nun sind die Wanderhandwerker wieder unterwegs, welche überteuerte Arbeit von mangelhafter Qualität machen. Aus dem Aargau sind Fälle bekannt, wo angebliche Handwerker Fensterläden von Häusern neu streichen wollen. Die Aargauer Kantonspolizei rät davon ab, das Angebot anzunehmen.

Oft kommen sie auch mit einem Lieferwagen oder auch mit Lastwagen und Walze auf Hausplätze. Ihr Angebot: günstige Teerarbeiten. Angeblich hätten sie zu viel Teer von einer anderen Baustelle übrig. «Meist verlangen die Betrüger zwischen 2000 und 3000 Franken», bestätigte der Kommunikationschef der Kantonspolizei St. Gallen, Hanspeter Krüsi vor zwei Jahren schon. «Und die Arbeiter wollen meist nicht lange warten, sondern sofort mit ihrer Arbeit beginnen.»

«Über alle Berge»

Dass es sich um qualitativ schlechte Arbeit handelt, bemerkt der Betrogene erst nach einer Weile, sagte Krüsi. «Erst bei einem Frost oder wenn das Wasser nicht abfliesst, sehen die Betroffenen, dass es sich um schlechte Arbeit handelt.» Die Haftungsfrage stelle sich gar nicht, «denn die Betrüger sind ja schon über alle Berge.»

Hohe Kosten für den Betrogenen

Aufgrund der schlechten Qualität müssen nicht selten Nachfolgearbeiten ausgeführt werden, was zu Mehrkosten führt. Andreas Hofmann von der Berner Kantonspolizei warnt zudem, dass die Arbeiten oftmals nicht den Bauvorschriften entsprechen. «Deshalb ist es auch nicht ausgeschlossen, dass Rückbauarbeiten anfallen, die weitere Kosten verursachen.»

Auch dem Opfer droht eine Strafanzeige

Die Masche der «Teerbetrüger» kennt die Polizei schon seit Jahren. Momentan versuchen die Arbeiter verstärkt im Kanton St. Gallen mit ihrer Pfuscharbeit Geld zu ergaunern.

Die Arbeiter, die unerwartet auf dem eigenen Grundstück auftauchen, kommen meist aus England oder Holland. Die Polizei vermutet, dass die meisten «Teerbetrüger» ohne Arbeitsbewilligung arbeiten. «Da ist es wichtig zu wissen, dass sich auch der Auftraggeber strafbar macht, wenn er solche Leute beschäftigt», sagt Hanspeter Krüsi.

Warnung und Tipps

Die Kantonspolizeien warnen ausdrücklich davor, auf solche «Teerangebote» einzusteigen und geben folgende Tipps:

  • Lassen Sie sich durch ortsansässige Firmen beraten wenn sie Teerarbeiten erledigt haben möchten.
  • Holen Sie mehrere Vergleichs-Offerten ein.
  • Seien Sie grundsätzlich vorsichtig und misstrauisch bei Haustürgeschäften.
  • Melden Sie verdächtige Wahrnehmungen der Kantonspolizei unter der Notrufnummer 117.
  • Erstatten Sie Anzeige, sollten Sie durch dieses Vorgehen geschädigt worden sein.

«Teerbetrüger» alle Jahre wieder unterwegs

Schon im Jahr 2008 waren die «Teerbetrüger» vermehrt in der Schweiz unterwegs. «Schweiz aktuell» schaute sich damals mit einem Experten die Pfuscharbeit an:

Video
Teerbetrüger
Aus Schweiz aktuell vom 09.10.2008.
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8 Kommentare

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  • Kommentar von H.R.Rüegsegger , 8608 Bubikon
    Teerarbeiten: auch wir sind auf die Firma reingefallen, weil wir glaubten sie seien vom Kanton. Sie haben schlechte Arbeit geleistet. Nun Antworten sie nicht auf Telefonanrufe, der eingeschriebene Brief wurde nicht abgeholt. Die Firma ist im Handelsregister eingetragen: Kavanagh Construction, Langensteinenstrasse 2, 8057 Zürich.
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  • Kommentar von Flavian Schnider , Schüpfheim
    Medien geben heutzutage ja gerne allem und jedem einen plakativen und gut merkbaren Eigennamen: Döner-Morde, Fall Carlos oder eben Teerbetrüger. Was mich hier aber bei dieser Namensfindung doch etwas verwundert: Diese Betrüger verwenden mit Sicherheit keinen Teer, denn dieser ist in Mitteleuropa aus Umweltschutzgründen seit Jahren nicht mehr im Gebrauch und durch Bitumen ersetzt. Wenn man im Beitrag schon auf Fachwissen setzt könnte dieses auch gut in die Schlagzeile einfliessen.
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    1. Antwort von Hans Meier , Shanghai, China
      Da haben sie schon recht, aber im umgangssprachlichen Gebrauch sagt trotzdem jeder 'eine Strasse teeren' und nicht 'bitumieren'.
  • Kommentar von R.Z. , Diessenhofen
    Ganz ehrlich, wer auf eine solche Masche reinfällt ist selber schuld. Wenn man zu geizig ist etwas mehr zu bezahlen für eine seriöse Firma muss sich über die Folgekosten nicht wundern
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