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Anhänger mit Velo
Legende: Sieger im Test von Stifttung Warentest: Der Cross von Thule (Model für nur ein Kind). thule.com
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«Testsieger» Veloanhänger-Test: Nicht das Beste für die Kleinsten

Praktisch, robust, sicher und bequem für die Kinder: Das erwartet man von einem teuren Kinder-Veloanhänger. Erfüllen können diese Anforderungen die wenigsten, wie die «Stiftung Warentest» aufzeigt.

Über Jahre ist er oft der Lastesel der ganzen Familie und bringt den Nachwuchs pünktlich in die Krippe: Der Kinder-Veloanhänger. Dementsprechend robust muss er sein.

Die Testkriterien

  • Fahren (Gewichtung: 35%): Bremsen, Fahrverhalten, Nutzung als Buggy.
  • Handhabung (25%): Montage und Transport, An-&Abkuppeln, Reinigen, Zuladen, Aufstellen und Abbauen, Anleitung, Hinsetzen und Anschnallen.
  • Kindgerechtes Design (20%): Sitz, Altersneigung, Federung, Belüftung, Regen- und Sonnenschutz.
  • Sicherheit (10%): Sichtbarkeit, Gurten, Kippsicherheit, Deichsel, Kopffreiheit, Falten, Nutzung als Buggy.
  • Haltbarkeit (5%): Haltbarkeit mit 125% des Maximalgewichts.
  • Schadstoffe (5%): Im Griff. Im Bereich der Kinder auf Weichmacher, Phthalate.

Der Test führte zu einem Doppelsieg für Thule: Cross 1 und Cross 2 erreichten die besten Noten (für ein und zwei Kinder). Sie meisterten die Sicherheitsprüfung am besten und waren auch bei der Haltbarkeit an der Spitze. Ebenfalls für eine «gute» Gesamtbewertung holte sich Hamax Outback. Einem vierten Anhänger, Leggero Vento R Sail Family, reichte es für ein «genügendes» Urteil.

Doch Qualität und folglich gute Testresultate sind nicht selbstverständlich: Beim BTC 07 von Froggy zeigten sich gravierende Sicherheitsmängel. Sowohl im Labor- wie auch im Praxistest rissen die Gurte. Seine seitlichen Sichtfenster waren stark mit polyzyklischen Kohlenwasserstoffen PAK belastet (gleich wie beim Modell 2928 von Prophete), und die Sitz- und Fussflächen mit dem vermutlich krebserregenden Naphtalin.

Auch bei den zwei getesteten Anhängern von Qeridoo (ein- und zweiplätzig, beide mit Testurteil «mangelhaft») fanden die Konsumentenschützer des Flammschutzmittel TDCP in den Seitenfenster, dessen Kontakt mit unter drei jährigen Kindern verboten ist.

Bei fünf Anhängern happerte es ausserdem mit dem Sitzkomfort. Bei einigen hängt sogar der Kinderrücken durch.

Rubrik «Testsieger»

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In «Testsieger» informiert «Kassensturz» über Tests von anderen Konsumenten-Magazinen und -Sendungen im In- und Ausland. Hier geht es zu allen Tests.

Der Hersteller stoppte nach eigenen Angaben den Verkauf nach dem Test der deutschen Konsumentenschützer.

«Öko-Test» rangiert Thule nur auf Platz 6

Auch das Magazin «Öko-Test» testete Kinder-Veloanhänger, kam aber zu anderen Resultaten. Der Grund: «Öko-Test» wertet chemisch kritische Stoffe viel stärker als «Stiftung Warentest».

Das Konsumentenmagazin mit Schwerpunkt auf Umweltthemen führt auf Platz 1 den D'Lite 2019 von Burley, der im Test «Stiftung Warentest» den 4. Platz erreichte. «Öko-Test» gibt aber auch ihm nur das eher mittelmässige Gesamturteil «genügend». Kein besonders guter Leistungsausweis für einen Testsieger.

Anhänger mit Testurteil «gut»

Thule Chariot Cross 1 (Einsitzer)
Gesamtnote: 2,1* (Testurteil: «gut»)
Preis: 833 Franken**

Thule Chariot Cross 2 (Zweisitzer)
Gesamtnote: 2,2* (Testurteil: «gut»)
Preis: 849 Franken**

Hamax Outback (Zweisitzer)
Gesamtnote: 2,4* (Testurteil: «gut»)
Preis: 583 Franken**

Leggero Vento R Sail Family
Gesamtnote: 2,7 (Testurteil: «genügend»)
Preis: 566 Franken**

* Deutsches Bewertungssystem (0,5 = Sehr gut, 5,5 = Mangelhaft.
** Preis gemäss Internet-Recherche vom 23.08.19.
Quellen: «Test» von «Stiftung Warentest», Ausgabe 7/2019, und «Öko-Test», Ausgabe 7/2019.

Tipps

  • Gute Bremsen am Velo sind wichtig: Voll beladen kann das Velo mit Anhänger bis zu 60 Kilo zusätzlich wiegen. Optimal sind hydraulische Bremsen hinten und vorn.
  • Wer den Anhänger im Zug mitnehmen will, sollte noch mehr darauf achten, dass er gut zum Buggy umgebaut werden kann. Ist er nämlich ein Kinderwagen (mit Handgriff und ohne Deichsel), dann wird er von Zuggesellschaften eher akzeptiert. Ist er ein Veloanhänger (mit Deichsel) wird er oft abgelehnt.
  • Die Preise der Anhänger sind oft stolz. Weil die Kinder in den empfehlenswerten Modellen gut aufgehoben und weil diese Anhänger meist langlebig sind, lassen sie sich auch später gut weiterverkaufen. Der Preis relativiert sich dann.

SBB: Wird der Kinderwagen zum Anhänger, kostet er

Für einen Kinderwagen benötigt man im Zug kein Ticket. Kann man ihn aber zum Anhänger umbauen, kostet der Transport: Wer im Zug mit Velo und einem solchen Anhänger unterwegs ist, muss dafür ein Billett lösen.

Audio
SBB: Wird der Kinderwagen zum Anhänger, kostet er
03:17 min, aus Espresso vom 02.08.2013.
abspielen. Laufzeit 03:17 Minuten.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran  (Tom Duran)
    Auch hier, der Energieaufwand zur Produktion und die Entsorgung nach ein paar Jahren wird nirgends beachtet. Früher sassen die Kinder auf einem Kindersitz für lau, heute schleppt man einen SUV hinten nach. Und behindert den Verkehr dazu auch gleich noch.
    Da rennen alle der Greta hinterher, merken aber selber nicht wie der Laden läuft.
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    1. Antwort von David Kummer  (Philidor)
      Ein Velo mit Anhänger ist wohl immer noch um Meilen umweltfreundlicher als jedes Auto. Und: Kindersitze sind schlicht zu gefährlich: Auch mit Velohelm ist das Kind bei einem Sturz stark verletzungsgefährdet.
      Nur weil wir Velofamilien Ihnen in Ihrer (wohl dicken) Karre im Weg sind, sind wir zu wenig grün? So was von absurd!
  • Kommentar von R. Schenk  (R.Schenk)
    Im Anhänger sind die Kids halt einfach um einiges sicherer aufgehoben als im Kindersitz auf dem Gepäckträger. Hier reicht alleine ein Sturz des stehenden Velos für respektable Verletzungen. Wenn dann auch noch ein Auto-Rowdie meint, er müsse im Kreisel überholen und so dem Radfahrer den Weg abschneiden, kanns schon mal lebensgefährlich werden. Im Anhänger ist immerhin noch der schützende Alurahmen rund herum.
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  • Kommentar von W. Pip  (W. Pip)
    Seinen Nachwuchs mit diesen "mobilen Kinderbegasungsanlagen" durch die Welt karren und dann auf den motorisierten Verkehr schimpfen. Ich versteh's nicht.
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    1. Antwort von Tom Duran  (Tom Duran)
      Da gibt es nichts zu verstehen. Unsere Gesellschaft ist verblödet und hat den Überblick verloren.
    2. Antwort von David Kummer  (Philidor)
      Soll ich mir nun einen dicken, fetten, schwarzen Offroader kaufen, damit wenigstens MEIN Kind optimal vor dem Verkehr geschützt ist? Vielleicht müsste man anders rum fragen: Warum muss jeder mit dem Auto unterwegs sein (am besten mit einem SUV), so dass Kinder von autolosen Velofamilien notgedrungen gefährdet sind? Sind die Vernünftigen wirklich die autofahrenden Eltern? Ich versteh's ebenfalls nicht.