Was alles gegen Mücken wirkt

Der Mücken-Experte Pie Müller von der Universität Basel erklärt Wirkung von verschiedenen Antimücken-Mitteln und wie sich Tigermücke und Mücke unterscheiden.

Duftlämpchen, UV-Hochspannungsfallen oder Fliegengitter: Es gibt viele Mittel gegen Mücken mit ganz unterschiedlicher Wirkung. Pie Müller, Mücken-Experte und Insektenforscher am Tropeninstitut der Universität Basel, erklärt, was gegen Mücken nützt. Und was nicht:

  • Einige ätherische Öle haben eine mückenabschreckende Wirkung. Weil sie jedoch rasch verdampfen, lässt ihre Wirkung sehr schnell nach. Sie sind, mit einem einzelnen Duftlämpchen verdampft, als wirkungsvoller Schutz vor Mücken ungeeignet.
  • Hochfrequenz-Summer sind gegen Mücken wirkungslos. Sowohl die Stechmücken-Männchen wie auch die Weibchen haben zwar ein sehr empfindliches Hörorgan. Sie hören aber nur tiefere Frequenzen und können Ultraschall nicht wahrnehmen.
  • Steckdosen-Plättchen-Verdampfer wirken gegen Mücken. Sie verbrauchen jedoch Strom und verdampfen durch erwärmen von briefmarkengrossen, getunkten Plättchen Insektizide (Pyrethroide). Diese werden dann von den Insekten wahrgenommen und schlagen sie in die Flucht. Bei korrekter Anwendung sind die Insektizide in der Regel ungefährlich für den Menschen. Gewisse Leute können aber allergische Reaktionen zeigen.
  • Blau leuchtende UV-Hochspannungs-Fallen können für den Mückenschutz nicht empfohlen werden. Im Gegensatz zu Fliegen werden Stechmücken kaum vom UV Licht angelockt.
  • Das Moskito-Netz ist eines der wirkungsvollsten Mittel gegen Mücken (und andere Insekten). Es ist jedoch darauf zu achten, dass es eine Mindestmaschengrösse von 1.2 mm aufweist. Ein mit Insektizid ausgerüstetes Netz bringt einen zusätzlichen Schutz, da die Mücken irritiert werden oder daran sterben.
  • Wirksame Mückenschutzmittel mit z.B. gesammelten Pflanzen selbst brauen, ist kaum möglich. Die wissenschaftlich wirkungsvollen Stoffe sind in zu kleiner Konzentration in Pflanzen enthalten und im Handel nur von Chemikern erhältlich. Die Wirkstoffe selbst sind zudem zu teuer.
  • Angelockt werden Stechmücken, wie alle blutsaugenden Insekten, Milben und Zecken, von CO2, das Säugetiere ausatmen. Zusätzlich spielt der Körpergeruch, insbesondere Ammoniak, Milchsäure und andere Carbonsäuren eine Rolle.
  • Mit Ernährung von z.B. viel Knoblauch und der entsprechenden Ausdünstung Mücken abzuwehren, funktioniert nicht. Es gibt bisher keine wissenschaftlichen Hinweise, dass man sich so vor Mückenstichen schützen könnte.
  • Warum einige Menschen oft gestochen und andere gar nicht hängt vor allem vom individuellen Körperduft ab. Einige Menschen sind etwas mehr und andere etwas weniger attraktiv für die Stechmücken.

Tigermücke und normale Mücke: Der Unterschied

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  • Die asiatische Tigermücke kann schwere Krankheiten übertragen. Sie unterscheidet sie sich im Verhalten von den herkömmlichen, in der Schweiz bekannten Mücken: Sie ist vorwiegend tagaktiv, kommt zumeist im Siedlungsraum vor und ist sehr aggressiv. Deshalb ist sie besonders lästig.
  • Die Tigermücke kommt in der Schweiz bisher vorwiegend im Tessin in den Gebieten Locarnese, Luganese und Mendriosiotto vor. In der Nordschweiz ist sie bisher nur vereinzelt eingeschleppt worden. Nördlich der Alpen hat sie sich noch nicht etabliert.
  • Ein Stich einer Tigermücke unterscheidet sich nicht klar vom Stich einer herkömmlichen Mücke. Menschen, die von der Tigermücke gestochen wurden, berichten, dass sie stärker auf diese Stiche reagieren (starke Schwellung und Juckreiz). Wenn man eine Mücke nicht gleich beim Stechen identifizieren kann, ist das aufgrund des Stiches auch nicht möglich.
  • Das Jahr 2016 kann noch nicht als besonders mückenreich bezeichnet werden. Allerdings sind die Regenfälle und Hochwasser im Mai zusammen mit den steigenden Temperaturen ideale Bedingungen für eine zahlreiche Entwicklung der Stechmücken. Da ihre Generationszeit mit wenigen Wochen relativ kurz ist, ist es noch unklar, ob es viele Mücken im Sommer gibt.

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