Wasserspielzeug: Das Risiko schwimmt mit

Ein neuer Test mit aufblasbarem Wasserspielzeug zeigt: Noch immer ist höchste Vorsicht angebracht bei sogenannten Schwimmhilfen für Kleinkinder, vor allem wenn diese am Ferienort in Strandbuden verkauft werden.

Verschiedene Wasserspielzeuge und Schwimmhilfen im Test beim TÜV Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: 20 der 50 getesteten Schwimmhilfen und Wasserspielzeuge fielen beim TÜV-Test deutlich durch. TÜV

Die deutsche Prüfanstalt «TÜV Rheinland» hat 50 aufblasbare Schwimmtiere, Wasserspielzeuge, Luftmatratzen und Schwimmsitze an den Stränden von sechs europäischen Feriendestinationen eingekauft.

Die Produkte aus Souvenirshops in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Italien, Spanien und Griechenland sind teilweise regelrechte Todesfallen, konkret haben 20 Produkte den Test nicht bestanden.

Schwimmsitz mit nur einer Luftkammer

Teilweise hätten die Wasserspielzeuge verheerende Sicherheitsmängel aufgezeigt, sagt Rainer Weiskirchen von der Prüfanstalt «TÜV Rheinland» gegenüber «Espresso».

«Sechs sogenannte Schwimmsitze fielen im Test komplett durch und sind nach EU-Gesetz verboten. Einige hatten zum Beispiel nur eine Luftkammer. Wenn die kaputt geht, würde das Kind ertrinken.» Komme dazu, dass bei diesen Sitzen die Gefahr des Kenterns bestehe.

Gefahr des Verschluckens und giftige Stoffe

Bei aufblasbaren Schwimmtieren lösten sich im Labortest verschluckbare Kleinteile, zum Beispiel Ventilstöpsel. Sechs Wasserspielzeuge enthielten zudem unerlaubt hohe Mengen verschiedener Schadstoffe wie krebserregende Weichmacher, sogenannte Phtalate.

Nicht im Souvenirshop, besser im Warenhaus

Rainer Weiskirchen rät Eltern, solche Spielzeuge bereits vor den Ferien zu Hause in Fachgeschäften oder bei den Detailhändlern zu kaufen. «Die grossen Firmen haben bereits beim Einkauf solcher Produkte ihre Qualitätschecks und achten auf die Sicherheitsvorschriften.»

Wenn dann doch einmal am Strand im Ferienort ein solches Wasserspielzeug gewünscht sei, rät er aber von Souvenirshops dringend ab und empfiehlt, am Ort in ein Warenhaus zu gehen.

Zudem sagt er: «Kaufen Sie mit allen Sinnen ein, wenn ein Spielzeug stark riecht, die Nähte schlecht verarbeitet sind oder auf der Beschreibung schon ganz viele Rechtschreibefehler zu finden sind: Hände weg!»

Schweizer Grossverteiler sind sauber

Auf Anfrage von «Espresso» heisst es bei den beiden Grossverteilern Coop und Migros, zwar seien einzelne der getesteten Spielzeuge auch in ihrem Sortiment zu finden, allerdings nur solche, die den Test bestanden hätten.

Aldi und Lidl sagen auf Anfrage, dass sie keine der getesteten Produkte im Sortiment hätten.