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Legende: Video Webdesign-Firma zockt Kunden ab: Wenig Leistung für viel Geld abspielen. Laufzeit 10:33 Minuten.
Aus Kassensturz vom 23.04.2019.
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Fiese Abofalle Webdesign-Firma zockt Kunden ab: Wenig Leistung für viel Geld

Die Homepage ist simpel und das Geld nicht wert. «Kassensturz» zeigt: Die Namen der Firma wechseln – die Masche bleibt.

«Es ist wie eine Abo-Falle», sagt ein ehemaliger Mitarbeiter von Konzeptler, der gegenüber «Kassensturz» auspackt, so wie drei weitere ehemalige Angestellte. Sie hatten es satt, reihenweise Kunden anzuschwindeln.

Die Webdesign-Firma Konzeptler schlägt Kleinbetrieben vor, deren Webseite zu optimieren und zu professionalisieren. Der neue Internetauftritt würde das Geschäft ankurbeln. Die Erstellung der Homepage sei gratis. Denn: Konzeptler suche als junges Unternehmen Partner, um bekannter zu werden. Im Gegenzug dürfe Konzeptler die Seite als Referenz für Eigenwerbung brauchen.

Der Trick: Bei Vertragsunterzeichnung müssen Kunden aber plötzlich 350 Franken pro Monat für Unterhalt und Service bezahlen. Kleingedruckt darunter: «Laufzeit: Achtundvierzig Monate». Das sind 16’800 Franken in vier Jahren.

Vier junge ehemalige Mitarbeiter
Legende: Ehemalige Mitarbeiter packen aus. SRF

Viele unzufriedene Kunden

Zum Paket gehören gemäss Vertrag unter anderem Programmierungskosten, ein Newsletter, Facebook-Verknüpfungen und Suchmaschinen-Optimierung. Alles in allem angeblich in einem Wert von 50'000 Franken. So lockt Konzeptler Kunden.

Peter Röthlin von der Stäg-Metzg in Neuenkirch (LU) hat vor einem Jahr unterzeichnet. Heute ist er einer von vielen unzufriedenen Kunden: «Abgemacht waren drei bis vier Newsletter pro Jahr, erhalten habe ich keinen.» Auf der Seite habe man einzig zweimal ein Bild geändert. Dafür seien 4200 Franken pro Jahr zu viel.

Der Wert der geleisteten Arbeit sei bewusst übertrieben worden, sagen die ehemaligen Angestellten: «Wir waren zu zweit, zwei Praktikanten, welche die Webseiten-Betreuung übernommen haben.» Zudem sei die Suchmaschinen-Optimierung «nicht professionell gemacht» worden.

Tipps für die Zusammenarbeit mit einem Webdesigner

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Diese Punkte gilt es nach Experte David Vasella zu beachten:

  • Wählen Sie Ihren Vertragspartner sehr sorgfältig aus. Webdesigner ist kein geschützter Titel, deshalb sollte man vorher Referenzen einholen oder Bekannte nach deren Erfahrungen fragen.
  • Achten Sie darauf, dass klare Abmachungen und transparente Verträge vorliegen.
  • Beugen Sie Missbrauchspotenzial mit Logindaten vor. Zum Beispiel gibt es Möglichkeiten, dass ein Webdesigner die Seite auf seiner eigenen Infrastruktur gestaltet und nach der Abnahme auf den Server des Kunden überträgt und alle Login-Daten übergibt.
  • Die Handhabung der Login-Daten sollte auf jeden Fall mit dem Webdesigner angesprochen werden. Macht seine Reaktion Sie stutzig, verzichten Sie lieber auf eine Zusammenarbeit.
  • Behalten Sie immer ein Backup Ihrer Daten
  • Verlangt der Webdesigner Ihre Login-Daten, fragen Sie ruhig nach, wofür er das genau braucht und lassen Sie es sich erklären.

Einschüchterungen und Beleidigungen

Offizielle Chefin von Konzeptler ist Isabelle Zbinden. Doch im Hintergrund zieht ein anderer die Fäden: Ilirian Mala. Mala ist der Mann fürs Grobe. Mitarbeiter beklagen, er schüchtere sie massiv ein, wenn sie Kritik äusserten. Auch unzufriedene Kunden schildern, dass sie von Mala beleidigt wurden.

Pikant: Mit der gleichen Masche fiel 2013 in Luzern schon einmal eine Webdesign-Firma auf. Die Bärenstark AG verärgerte Mitarbeiter und Kunden («Espresso»-Beitrag).

Die Firma ist inzwischen Konkurs. Doch im Handelsregister Luzern findet «Kassensturz» brisante Akten. Ilirian Mala hatte bereits bei Bärenstark die Finger im Spiel. Dies beweist das Protokoll der Generalversammlung der Bärenstark AG von 2013. Damals wurde Mala zum Verwaltungsratspräsidenten gewählt.

Alte Masche unter neuem Namen

Das heisst: Nachdem Bärenstark Konkurs gegangen war, wiederholte Mala dasselbe Schema mit der Konzeptler AG.

Zwei Wochen lang bat «Kassensturz» Konzeptler um eine Stellungnahme. Statt zu antworten, versuchte die Firma die Ausstrahlung der Sendung per Gerichtsentscheid zu verhindern. Dies misslang. Der Anwalt lieferte eine Stellungnahme nach: Der Vorwurf, dass es viele unzufriedene Kunden gebe, stimme nicht. Zum Fall Stäg-Metzg schreibt Konzeptler: «Der Vorwurf, nur zweimal Bilder gewechselt zu haben, stimmt nicht. Unsere Mitarbeiterin hat ihn vor zwei Wochen besucht (…) und einen Newsletter mit ihm erarbeitet.»

Dass Ilirian Mala Kunden und Angestellte einschüchtere, sei auch falsch: Im Team herrsche ein «sehr harmonisches Klima». Ilirian Malla – und somit Konzeptler – habe nichts mit der Bärenstark AG zu tun.

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