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Wechsel der Grundversicherung: Unterschiede können Rolle spielen
Aus Espresso vom 22.11.2017.
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Neue Studie Wechsel der Grundversicherung: Unterschiede können Rolle spielen

Die medizinischen Leistungen in der Grundversicherung sind bei allen Krankenkassen die gleichen. Dies steht so im Gesetz. Trotzdem gibt es Unterschiede, die im Einzelfall entscheidend sein können. Dies insbesondere bei der Rückvergütung und der Kostengutsprache bei teureren Medikamenten.

Noch bis Ende Monat bleibt Zeit, um die Krankenkasse in der Grundversicherung zu wechseln. Bei diesem Entscheid sollte aber nicht nur auf die Ersparnis bei der neuen Krankenkasse geachtet werden. Der Vergleichsdienst Moneyland hat die Krankenkassen bezüglich Serviceleistungen unter die Lupe genommen und teils grosse Unterschiede festgestellt.

Grosse Unterschiede bei der Rückvergütung

Wer die Rechnung vom Arzt selber bezahlen und das Geld nachher von der Krankenkasse einfordern muss («Tiers Garant»), braucht bei gewissen Krankenkassen viel Geduld. Einige Kassen nehmen sich fast einen Monat Zeit, bis das Geld wieder auf dem Konto des Versicherten ist. Unter Umständen kann das beim Patienten zu finanziellen Engpässen führen. Andere Kassen zahlen innert wenigen Tagen.

Laut Benjamin Manz von Moneyland zahlen immer mehr Krankenkassen Leistungen direkt beim Leistungserbringer («Tiers Payant»). Dies ist für sie und für die Kunden einfacher. Insbesondere Billigkassen würden jedoch nach wie vor auf Tiers Garant setzen.

Der Kampf um die Kostengutsprache

Wer auf teure Medikamente angewiesen ist, könnte bei einem Kassenwechsel in der Grundversicherung ebenfalls Probleme bekommen. Insbesondere bei Krebsmedikamenten gibt es deutliche Unterschiede bei der Kostengutsprache. Eine Krankenkasse kann ein Medikament ohne Diskussion übernehmen, eine andere lehnt die Kostengutsprache ab.

Grundversicherungen: Rückerstattungen in Tagen (2017).
Legende: Grundversicherungen: Rückerstattungen in Tagen (2017). (Quelle: moneyland.ch) SRF

Weitere Unterschiede ergeben sich zum Beispiel bei der Freundlichkeit des Personals, der Erreichbarkeit, der Reaktionsgeschwindigkeit oder auch bei der Verständlichkeit der Kundeninformation der Krankenkassen. Diese Faktoren schlagen sich in der aktuellen Kundenzufriedenheitsumfrage nieder, die Moneyland erhoben hat.

Schwerkranke sollten nicht aus Spargründen wechseln

Für den Versicherungsexperten Ruedi Ursenbacher sind die Erkenntnisse Untersuchung von Moneyland wenig überraschend. Insbesondere schwerkranken Versicherten, die mit den Leistungen ihrer Versicherung zufrieden sind, würde er dringend abraten, aus Spargründen die Grundversicherung zu wechseln. Wer gesund sei und auch eine teure Behandlung tragen könnte, müsse weniger vorsichtig sein.

Ruedi Ursenbacher sagt jedoch auch, dass es in der Schweiz Krankenkassen gebe, die zwar den gesetzlichen Auftrag erfüllen, jedoch in keiner Weise an einer hohen Qualität der Dienstleistung an den Versicherten interessiert sind. Dies müssten sich insbesondere Wechselwillige, die zu einer Billigkasse wechseln wollen, bewusst sein.

Aus Angst vor schlechtem Service sollte man jedoch einen Wechsel nicht ausschliessen. Die grundsätzlichen medizinischen Leistungen sind schliesslich bei allen Kassen gleich. Und: Ist man mit den Leistungen der neuen Kasse unzufrieden, kann man nach einem Jahr wieder wechseln.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Nour Helena Hänggi  (nourhelena)
    Die Löhne haben sich verdoppelt und die KK verzehnfacht. Die Proportion stimmt nicht mehr und wen erstaunt es da dass über 30'000 Personen nur noch mit Verspätung die Prämien bezahlen können. Ich war für die Grundversicherung, als es zur Abstimmung gekommen ist. Es ist schade, dass es jetzt auf Umwegen wohl zu einem Ziel kommen wird und sehr wahrscheinlich für einige zu spät. Es ist Tatsache, dass auch viele schon im Ausland die Medikamente einkaufen zu weniger als die Hälfte des Preises.
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  • Kommentar von Fran Bianchi  (Fran)
    Die Apotheke verrechnet der KK pro Rezept 3.25 + 4,30 pro Medi. Hast du 10 Medis verschr. kassiert die Apotheke sage u. schreibe 46 Fr. Für Umtriebe... Gehst du am Sonnta in die Apotheke, kostet dies die KK + 12,95 x Rezept. Auch das ist Diebstahl. An uns allen. Aber "die in Bern" lassen alle schalten und walten wie es ihnen gerade passt. Und wir Dubeln bezahlen. Und wenn wir kein Geld haben, bezahlt ja der Kanton unsere Sussidi. Und das ist ja so schampar gäbig, gäll. Für die Krankenkassen.
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  • Kommentar von Walter Rubin  (wr)
    Ich verstehe nicht, warum die Kassen für Behandlungen oder Medikamente innerhalb der Grundversicherung Kostengutsprachen ablehnen können. Warum macht da der Bund keine Vorgaben? Sonst wird doch auch immer alles geregelt! Im Übrigen bin ich auch wie Herr Duran der Meinung, dass wir zu viele Kassen haben.
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