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Recyklierbare Möbel Wenn der Vorhang in den Kompost wandert

In den Kompost kann man ja vieles werfen, aber Textilien kommen bekanntlich nicht dorthin. Möbel Pfister hat seit Kurzem eine kompostierbare Vorhangkollektion in den Läden und ist überzeugt: Das ist die Zukunft. Andere Möbelhäuser sowie Greenpeace sind nicht so euphorisch.

Legende: Audio Wenn der Vorhang in den Kompost wandert abspielen. Laufzeit 5:27 Minuten.
5:27 min, aus Espresso vom 06.12.2017.

Zuerst DIE Frage, die sich wahrscheinlich bei diesem Thema jeder stellt: Muss man als Kunde Angst haben, dass der Vorhang am Fenster plötzlich anfängt zu verfaulen?

«Nein, sicher nicht», sagt Manuel Schweizer lachend. Er ist der Textil-Experte bei Möbel Pfister. Und er hat die kompostierbaren Vorhänge erfunden. Aus idealistischen Gründen, wie er erklärt: «Textilien werden mit vielen Giftstoffen hergestellt, die dann zum Beispiel im Meer landen. Das ist schlimm und hat mich schon lange gestört.»

Tatsächlich finden sich in Textilien nicht selten Schadstoffe aus Weichmacher oder Farben. Die Vorhänge von Manuel Schweizer sind dagegen 100 Prozent abbaubar. Woraus sie genau bestehen, will Möbel Pfister nicht verraten. Nur so viel: Es sei ein Garn auf Erdölbasis.

Billiger produzieren ohne Giftstoffe

Stofffetzen
Legende: Eine Probe eines Vorhangs aus dem Kompost. pfister.ch

Die kompostierbaren Vorhänge seien übrigens nicht teurer als andere, sondern gar billiger, sagt Möbel Pfister. Dies sei unter anderem deshalb so, weil die erwähnten Schadstoffe, die normalerweise eingesetzt werden, teuer sind. Und genau diese Stoffe werden bei der Produktion der kompostierbaren Vorhänge eben weggelassen.

Möbel Pfister redet davon, dass vergleichbare Vorhänge 20 bis 30 Prozent teurer seien als die kompostierbaren. Ein Laufmeter des abbaubaren Stoffes kostet zwischen 46 und 119 Franken.

Greenpeace ist skeptisch

Aber braucht es so eine kompostierbare Vorhangkollektion wirklich? Andere Möbelhäuser machen auf Anfrage ein grosses Fragezeichen. Andere Dinge seien doch wichtiger, zum Beispiel nachhaltiges Holz zu verwenden für die Möbel.

Und auch die Umweltorganisation Greenpeace ist skeptisch. Mediensprecherin Daniela Walker sagt, dass man zuerst an einem ganz anderen Ort ansetzen müsse. Nämlich bei der Menge. Weniger zu produzieren sei in erster Linie wichtig. Stattdessen werbe Möbel Pfister nun schon mit der Entsorgung eines Produktes. Das heize nur den Konsum an.

Von diesem Konsum lebt Möbel Pfister aber natürlich und sieht das Ganze deshalb ein bisschen anders. Manuel Schweizer sagt: «Wenn das Wegwerfen eines Produktes keinen Abfall mehr produziert, dann spielt es ja auch keine Rolle wie viel die Leute kaufen.» Manuel Schweizer ist überzeugt: Kompostierbare Textilien sind die Zukunft. Sobald Hersteller von Textilien merken würden, dass die Produktion von kompostierbaren Textilien günstiger sei, als jene mit Schadstoffen, würden die abbaubaren Stoffe zum Standard.

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