Wieviel Megabit braucht der Mensch?

Internet-Anbieter schwatzen Konsumenten oft zu grosse Internet-Abos auf. «Kleine» Abos von 5 MegaBit pro Person reichen oft. «Kassensturz» zeigt, wie viel Bandbreite einzelne Anwendungen wie Skype, Youtube, Internet-TV oder simples Surfen benötigen.

Welches Internet-Abo reicht für den täglichen Gebrauch? Informatik-Experte Peter Heinzmann betont, dass die meisten Internetnutzer zu grosse Datenpakete einkauften: «Für Alltags-Anwendungen genügen einem Menschen im Schnitt 5 Megabit pro Sekunde».

Mit nur 2 Megabit pro Sekunde lassen sich bereits kleine Filme vom Netz laden, Surfen im Internet ist ebenso möglich wie E-Mails verschicken. Das haben Tests gezeigt. Und: Zwei Megabit liefern die meisten Netzbetreiber gratis ins Haus.

Allerdings: Wenn mehrere Personen im gleichen Haushalt das Internet voll nutzen wollen, sei eine Leistung von 20 bis 50 Megabit pro Sekunde sinnvoll, so der Informatikprofessor weiter.

So viel Bandbreite (=Geschwindigkeit) brauchen Internet-Anwendungen

AnwendungBeispielEmpfohlene Bandbreite
Einfaches Surfen, E-Mail und Instant Messagingdiv.Schon Schmalband-Verbindung reicht völlig
Internet-Telefonie (Voice Over IP)div.0,1 MBit jeweils für Down- und Upload
Audio-Stream (Web-Radio)
Radio SRF 1, Spotify0,2 MBit im Downstream
Video-TelefonatSkype, FaceTime
0,5 MBit jeweils für Down- und Upload
Web TV/ Video-Streaming (Standard-Qualität)
Zattoo SD, Netflix,    YouTube3 MBit (Down-Stream)
Web TV/ Video-Streaming (HD-Qualität)Zattoo HD
5 MBit (Down-Stream)
Film-DownloadVideoloadDownload Film in SD-Qualität (1 GB): 2,3 Std. mit 1 MBit/s bzw. 9 min. mit 16 MBit/s im Downstream Download Film in HD-Qualität (6 GB): 14 Std. mit 1 MBit/s bzw. 54 min. mit 16 MBit/s im Downstream.

Schnellere Internet-Abos oft unnötig

Wettstreit mit Speed-Internet: Teure Abos oft unnötig

11 min, aus Kassensturz vom 25.3.2014

Das Internet wird immer schneller und immer teurer: Cablecom, Swisscom und Sunrise werben mit immer höheren Bandbreiten.

Doch viele Abonnenten erreichen die teuer bezahlten Geschwindigkeiten gar nie und benötigen sie auch gar nicht.

«Kassensturz» zeigte im Jahr 2013, welche Internet-Geschwindigkeit es realistisch braucht. Das hat sich heute nicht stark verändert. Die Provider versprechen immer noch eine viel zu grosse Geschwindigkeiten, die allenfalls für eine Grossfamilien Sinn machen würde. Und oft von den Providern gar nicht geliefert werden. Zum Beitrag