«Schloss Gripsholm» von Kurt Tucholsky 2/7

Ein Dolmetscher, der Deutsch spricht wie ein Zirkusclown Wie man ländliche Idylle sucht und darum in ein Schloss einzieht. Und: Von einem Kind, das stumm fragt: «Wann hört dies alles auf?»

Der Eingang zum Schloss Gripsholm.
Bildlegende: Der Eingang zum Schloss Gripsholm. Wikimedia/Alexandru Babo?

Kurt verbringt mit Lydia, seiner «Prinzessin», einige Wochen in Schweden, im Schatten des Schlosses Gripsholm. Die beiden liegen im Gras, Freunde kommen zu Besuch, man schwadroniert, liebt und isst, sonst passiert nichts. Doch: ein Kind gibt es da, ein unglückliches, ja: gequältes. Dem kommt man zu Hilfe. Aber sonst? Nichts. Nur «schönes Beisammensein. Die Haut friert nicht. Alles ist leise und gut. Das Herz schlägt ruhig. Gute Nacht, Prinzessin.»

Mit seinem nahezu letzten Werk «Schloss Gripsholm» (1931), spannte Kurt Tucholsky den Bogen zu einem seiner Erstlingswerke «Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte» (1912).

Tucholsky, einer der aktivsten und bedeutendsten politischen Journalisten der Weimarer Republik, Leiter der «Weltbühne», Buchrezensent, Kritiker, Satiriker, Verfasser zahlreicher deutscher Chansons und anderer «Gebrauchslyrik», schrieb darin Sommergeschichte, Liebesgeschichte, die auch heute noch nichts von ihrem Wert verloren hat.

Sprecher: Günther Pfitzmann Produktion: SRF 1976 Dauer: 40

Redaktion: Susanne Heising