«Toteninsel» von Gerhard Meier 3/7

Gerhard Meiers Prosa ist das «leise Zeugnisse einer Kunst des Hinsehens und Hinhörens» (FAZ). In seiner «Amrainer Tetralogie», die zwischen 1979 und 1990 entstand, hat der Dichter aus Niederbipp diese Kunst zur Meisterschaft entwickelt. Und damit auch der heimatlichen Landschaft ein Denkmal gesetzt.

Blick auf den Bahnhof Olten im Nebel
Bildlegende: Verzweiflung und Verzückung in Olten. Flickr/Vasile Cotovanu

Nicht zufällig lässt Gerhard Meier seine beiden Protagonisten Baur und Bindschädler im November durch Olten spazieren. Der November war sein Lieblingsmonat. Oder wie er es Baur ausdrücken lässt: «Der November ist der intensivste Monat, Bindschädler, in bezug auf Farben zumindest, Bewegung, Licht; in bezug aber auch auf Verzweiflung, Verzückung. Gelegentlich freilich gibt er sich apathisch, dieser November, hüllt sich gleichsam in Nebel ein, und zwar über Tage hin, über Wochen, so dass auf den Feldern die Steinkreuze triefen, die Gehöfte vor sich hin dösen, als existierten die Leute, Kühe, die Felder, als existierten die Nussbäume nicht, die Marder, die nachts auf Dielen Dinge verschieben, rumpelnd, als spuke es in den Gehöften.»

Mit Fritz Lichtenhahn (Baur) und Franz Matter (Bindschädler)
Musik: Fritz Hauser - Regie: Stephan Heilmann - Produktion: SRF 1997 Dauer: 45‘

Fritz Hauser, 1953 in Basel geboren, ist über Europa hinaus eine Schlüsselfigur in der Entwicklung des Schlagzeugs vom Rhythmusgerät zum Instrument. Solokonzerte, Mitwirkung in zahlreichen Klein- und Grossformationen und in medienübergreifenden Projekten. Seit 1986 hat Fritz Hauser Kompositionen für mehr als ein Dutzend SRF-Hörspiele realisiert.

Diese Produktion ist im Christoph Merian Verlag als Hörbuch (CD mit MP3-Dateien) erschienen und kann im SRF-Shop bestellt werden.

Redaktion: Reto Ott