Vom Werbetexter zum Soundscaper. Asmus Tietchens im Portrait

Mit zehn Jahren schon klebte sein Ohr am Radio. Der Norddeutsche Rundfunk dokumentierte im Nachtprogramm neuste Musik, musique concrète und elektronische Musik. Über den Umweg als Werbetexter wurde Asmus Tietchens später selber ein Elektroniker, der speziellen Art allerdings.

Asmus Tietchens am Mischpult.
Bildlegende: Vom Werbetexten zur elektronischen Musik: Asmus Tietchens. Magnus Manske

Es ist ungerecht, dass diejenige Musik von Asmus Tietchens am meisten bekannt ist, die parodistischer Natur ist. Das Objekt der Parodie ist Swing und auch Lounge. Das Ganze hat er unter dem Titel «Musik aus dem Aroma Club» veröffentlicht, dies unter dem Pseudonym Hematic Sunsets, blutige Sonnuntergänge schön kitschig und richtig billig.

Zentral waren ihm in den 80er-Jahren die Geräusche, die er aufnahm, um sie bis zur Unkenntlichkeit zu verfremden und in neue Zusammenhänge zu stellen. Wassergeräusche waren so ein Ausgangsmaterial, oder menschliche Stimmen.

Arbeit ist dokumentiert in seiner neuen CD «Abraum», eine von fast 80 Veröffentlichungen. Und auch auf dieser zitiert er seinen Lieblingsphilsophen E. M. Cioran: «Das Tiefste und Aussergewöhnlichste, was der Mensch entdeckt hat, ist das Schweigen, und es ist auch das Einzige, woran er sich nicht halten kann.»

(Erstausstrahlung am 18.12.13)

Gespielte Musik

Redaktion: Thomas Adank