«Tamangur» - ein Roman, der keiner ist

Brauchtum

Bei «Tamangur» handelt es sich um ein entlegenes Moorgebiet samt Arvenwald oberhalb von Scuol im Unterengadin. Eine mystische Gegend, die auch den Rahmen für den gleichnamigen Roman von Leta Semadeni bildet wobei man eher von einem Mosaik sprechen sollte.

Umgestürzter Baum in Wald.
Bildlegende: Der Wald von Tamangur ist der höchstgelegene Arvenwald Europas, und für die Romanen ein starkes Symbol. Keystone

Die Kurzgeschichten, die Semadeni aneinanderreiht, kann man nämlich ganz individuell lesen. Den einzigen, durchgehenden Handlungsstrang bilden eine Grossmutter, eine Enkelin und «Tamangur» - der Wald, in dem der Grossvater beerdigt wurde. Es ist der erste «Roman» der preisgekrönten Bündner Lyrikerin Leta Semadeni, und ihr gelingt damit ein süffiges, unterhaltsames, kleines Kunstwerk.

Autor/in: daue, Moderation: Martin Wittwer, Redaktion: Susanne Sturzenegger