«Wa me nüd säge taar, mo me halt singe!»

Musik & Geschichten

In der «Zoogä-n-am Boogä»-Sendung vom letzten Freitag aus Gonten AI interpretierte die Jodelgruppe Hirschberg Appenzell ein typisch keckes und freches «Ratzliedli». Die Appenzeller Eigenart der «Ratzliedli» erklärt Barbara Betschart, Geschäftsführerin des Roothuus Gonten.

Ein Jodler und zwei Jodlerinnen in Appenzeller Trachten.
Bildlegende: Jodlergruppe Hirschberg Appenzell 2013 am Älpler-Wunschkonzert auf dem Urnerboden. SRF

Das Roothuus Gonten als Zentrum für Appenzeller Volksmusik hat im «Ratzliedli»-Bereich schon verschiedene Forschungen betrieben und umfangreiche Dokumentationen verfasst.

«ratz» im Sinne von «zom Tratz» zu verstehen. Damit gemeint ist necken, reizen oder jemanden hänseln. Beim «Ratzliedli» handelt es sich also um einen kurzen Spass- oder Spottgesang. Früher wurde auch oft der Begriff «Tratzliedli» verwendet.

Meistens sind es zwei- oder vierzeilige Reime, die früher bei Tanzanlässen, an einer Stobede, in einer lockeren Runde, vor der Alphütte oder an der Kilbi gesungen wurden. Dank der Einfachheit halten sie sich durch mündliche Weitergabe oft über Generationen.

Aber auch heute noch werden «Ratzliedli»-Texte erdichtet, um aktuelle und auch politische Geschehnisse scherzhaft zu beschreiben. Im «Ratzliedli» ist alles möglich. Oder mindestens fast.

Moderation: Christine Gertschen, Redaktion: Beat Tschümperlin