Die rote Leni - oder 100 Jahre Widerspenstigkeit

Eigentlich hätte es Leni Vedres, Tochter eines wohlhabenden Bierbrauers aus dem Schweizer Mittelland, ganz einfach haben können. Geld war genügend vorhanden und die Anmut der jungen Leni liess kaum ein Männerherz kalt. Doch es kam vieles anders.

Schon früh verkündete Leni Vedres, dass sie Bier nicht möge und dass ihr der Sinn nach Tanz stehe. Das war nicht gern gesehen - und man verbarg diese Schmach, so gut es eben ging.

Elegante Diva in Mailand

Mittlerweile ist Leni 100 Jahre alt. Sie ist Tänzerin geworden und kunstverliebte Bohemienne. Sie hat einen ungarischen Juden geheiratet und in Mailand ein Tanz- und Gymnastikstudio für Frauen eröffnet. Sie hat zwei Weltkriege erlebt, wettert gegen Berlusconis Faschismus und bindet dabei die roten Haare zum Tänzerinnenknötchen.

Cornelia Kazis hat Leni Vedres in Mailand besucht und ist einer alten eleganten Diva begegnet, die ihre Leichtfüssigkeit nutzte, um sich nie unterkriegen zu lassen.

Autor/in: Cornelia Kazis