Maxim Gorki - Nimbus und Tragik

Eine Anekdote aus dem Sommer 1929: Ein bedrängter Schriftsteller klingelt bei Maxim Gorki, um ihn um Hilfe zu bitten.

Der russische Schriftsteller Maxim Gorki im Jahr 1910.
Bildlegende: Der russische Schriftsteller Maxim Gorki im Jahr 1910.

Seine Hoffnung ist berechtigt, denn der inoffizielle Volkskommissar für Kultur hat schon vielen Künstlern beigestanden, die bei der sowjetischen Führung in Ungnade gefallen waren.

Gorki empfängt seinen Gast an der Tür, deren Schloss klemmt, und sagt: «Wissen Sie, das ist ein merkwürdiges Haus. Rein kann man, aber nur schwer wieder raus.»

Illusorischer Plan

Diese symbolträchtige Geschichte von 1929 deutet an, wie sich Maxim Gorki gefühlt haben muss. Aus Italien war er in die Sowjetunion zurückgekehrt in der Hoffnung, Stalin milder zustimmen. Doch sein Plan erwies sich als illusorisch: Wenige Monate nach dem Tod des Schriftstellers im Juni 1936 begann der Grosse Terror.

Ein Rückblick im 75. Todesjahr des russischen Grossschriftstellers.

Redaktion: Antje und Michael Leetz