Auch wenig Licht hebt schon die Stimmung

Kurze Tage, wenig Sonne – der Winterblues ist wieder da. Das einfachste Mittel dagegen: tagsüber raus ins Freie. Selbst das wenige Licht unter der Wolkendecke tut schon gut.

Die moderne Lebensweise ist komfortabel, beschert uns aber auch Probleme. Zum Beispiel Lichtmangel: Wer sich zu Hause und bei der Arbeit ständig in geheizten Räumen mit Kunstlicht aufhält, hat nicht nur einen Vitamin-D-Mangel, sondern ist auch deutlich anfälliger für eine Winterdepression, den sogenannten Winterblues.

«Der Mangel an natürlichem Licht äussert sich typischerweise in gedrückter Stimmung, Energielosigkeit und einem grossen Schlafbedürfnis», weiss Hausarzt Dr. Adrian Grunder. Im Gegensatz zu einer saisonunabhängigen Depression verspüren die Betroffenen auch einen grossen Appetit, der vorzugsweise mit Süssigkeiten gestillt wird. «Populär ausgedrückt hemmt der Lichtmangel die Produktion von Glückshormonen, was man mit dem Konsum von Süssem zu kompensieren versucht.»

Natürliches Licht hilft – Lichttherapie auch

Die Empfehlung des SRF-Experten gegen den Winterblues ist denkbar einfach: auch in den kalten Monaten und bei bedecktem Himmel möglichst oft ins Freie gehen. Mit Kindern spielen, Sport treiben, lange Spaziergänge unternehmen – auch an kurzen Tagen lässt sich so eine gewisse Portion Licht tanken, die gut tut.

In nordischen Ländern mit noch weniger Tageslicht wird dem Lichtmangel gerne mit speziellen Lampen begegnet. So eine Lichttherapie zeigt immerhin in rund 80 Prozent aller Fälle Wirkung. Wer dies am eigenen Leib ausprobieren will, sollte jedoch darauf achten, die Lampe am Morgen oder zur Mittagszeit in Betrieb zu nehmen und sie abends ausgeschaltet zu lassen. Der Energieschub wäre dem erholsamen Schlaf eher hinderlich.