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Alltag & Umwelt «Behinderte sollen cool sein dürfen»

Warum sollen sich behinderte Menschen eingeschränkt und «uncool» fortbewegen? Aus dieser Frage hat Patrick Mayer eine Geschäftsidee entwickelt. Mit seinen Reha-Produkten werden Wälder und Seen für Personen wie ihn – er ist teilweise gelähmt – wieder zugänglich.

Legende: Video Wheelblades: Behinderung führt zu Geschäftsidee abspielen. Laufzeit 06:44 Minuten.
Aus ECO vom 26.10.2015.

20 Jahre alt war Patrick Mayer, als er bei einem Sprung mit dem Snowboard auf den Rücken fiel. Aus dem sportlichen jungen Mann wurde ein inkomplett Querschnittgelähmter, der auf den Rollstuhl angewiesen ist.

Als wäre dieser Schicksalsschlag nicht schon genug, war er fortan von Produkten abhängig, die oftmals alles andere als cool sind. «In diesem Reha-Stil schwingt immer auch die Behinderung mit», sagt der heute 33-Jährige im Wirtschaftsmagazin «ECO». «Ich finde, ein Produkt muss die Behinderung nicht noch zusätzlich unterstreichen.»

Outdoor für Gehbehinderte

Gleichzeitig wollte er sich nicht von dem abhalten lassen, was für ihn das Leben ausmache: «Ich brauche Natur. Ich brauche den Wald. Ich brauche den See. Ich will an den Strand.» Aus seinem Bedürfnis, Outdoor-Aktivitäten weiter nachgehen zu können – und das im Winter wie im Sommer –, ist sein Unternehmen Wheelblades entstanden.

Mit diesem hat er etwa Gleitschlitten für Rollstühle entwickelt. Sein neuestes Projekt: Krücken-Aufsätze. Mit diesen soll eine Bewegung auf rutschigem und unwegsamem Gelände möglich sein. «Damit habe ich nicht das Gefühl, behindert zu sein – auch wenn es langsam geht», sagt Patrick Mayer.

Seit einem Jahr arbeitet er an den Prototypen. Diese sollen nicht nur funktional, sondern auch attraktiv sein. In Kooperation mit Designern, Ingenieuren und Herstellern will Mayer Produkte entwickeln, die optisch überzeugen.

Vom Potenzial überzeugt

Noch ist Wheelblades ein Ein-Mann-Betrieb. Patrick Mayer ortet vor allem im Bereich der Gehhilfen aber grosses Potenzial: «Die Anzahl an Krückenläufern ist enorm hoch – wenn man Schlaganfälle, Kinderlähmung, Querschnitte und Amputationen berücksichtigt.» Die Innovationsstiftung Graubünden und die Stiftung Cerebral konnte er von seinem Projekt überzeugen: Sie haben 200'000 Franken investiert.

Ob Mayer mit seiner Einschätzung richtig liegt, wird sich ab Frühling 2016 zeigen: Dann sollen die Krücken-Aufsätze auf den Markt kommen.

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