Schadstoffbelastung - Wie gefährlich sind Laserdrucker?

Die Belastung der Innenraumluft durch Feinstäube gilt schon seit Jahren als gesundheitliches Risiko. Nun sind Laserdrucker und Kopiergeräte in die Diskussion gekommen. Im Betrieb setzen diese Geräte neben Fein- und Feinststäuben auch flüchtige organische Verbindungen und Metalle frei.

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Wie gefährlich ist Tonerstaub aus Laserdruckern?

5:21 min, aus Puls vom 30.4.2012

Schon lange schwelt die Diskussion um die Schadstoffbelastung in Innenräumen durch Drucker und Kopierer. Eine neue Studie stützt diese Annahme: Die Untersuchung der Universität Freiburg im Breisgau konnte eine Krebsgefahr durch diese Geräte nicht ausschliessen.

Gesundheitsrisiken

Tonerstaubexponierte klagen häufig über eine laufende Nase, Bindehaut- und Rachenschleimhautentzündung, Hautreizung, Husten, Atemnot, Kopfschmerzen und allergische Reaktionen. Möglicherweise reagieren Personen mit einem sehr empfindlichen Bronchialsystem und einer Neigung zu Allergien sensibler.

Inzwischen liegen Zell- und Tierversuchsergebnisse zum Krebsrisiko und zur Wirkung auf die Atemwege vor. Heute gebräuchliche Toner verändern das Erbgut offenbar nicht. Ist die Luft jedoch extrem stark belastet, sieht die Sache anders aus: Dann ist das Risiko für eine zellschädigende Wirkung, Veränderungen in der Lunge und auch Lungentumore sehr wohl vorhanden. Im normalen Büroalltag werden solche Bedingungen jedoch bei weitem nicht erreicht.

Funktion von Laserdruckern

Beim Drucken und Kopieren reagieren Toner und Papierbestandteile unter Einwirkung von Licht und höheren Temperaturen, wobei Tonerstäube freigesetzt werden.

Toner bestehen in der Regel zu 90 Prozent aus Harzpartikeln (meist Styrol/Acrylat-Copolymere), in die Farbpigmente (künstliche Kohlenstoffpartikel, das sogenannte «Carbon Black») und/oder magnetisierbare Metalloxide eingelagert sind. Beim Druckvorgang werden Tonerpartikel auf einer Bildtrommel elektrostatisch festgehalten, dann auf Papier übertragen und anschliessend in einer Fixiereinheit bei hoher Temperatur (ca. 180 °C) auf dem Papier fixiert.

Wie viel Tonerstaub dabei frei wird, hängt unter anderem vom Alter, der Bauart der Kartuschen, der Betriebstemperatur und der Kopier- oder Druckgeschwindigkeit der Geräte ab.

Vorbeugung

Die Suva empfiehlt, Laserdrucker und Fotokopierer in einen separaten, gut belüfteten Raum zu stellen. Weitere Tipps im Umgang mit Laserdruckern und Kopierern:

  • Achten Sie darauf, dass Sie beim Nachfüllen des Toners das Pulver nicht berühren oder einatmen
  • Sorgen Sie für eine gute Durchlüftung des Raumes.
  • Stellen Sie Kopierer und Drucker nicht in Räumen auf, in denen gegessen und getrunken wird.
  • Nachfüll- und Wartungsarbeiten sollten von einer Person durchgeführt werden, die vom Servicetechniker eingewiesen wurde.
  • Beim Nachfüllen von Tonerpulver und Tonerflüssigkeit ist das Tragen von Handschuhen sinnvoll.
  • Tonerbeschmutzte Hände sollten Sie mit kaltem Wasser und Seife reinigen.

Weiterführende Tipps und Informationen finden Sie im Factsheet der Suva.

Das sagen die Druckerhersteller

Die Druckerhersteller HP und Lexmark verweisen auf Anfrage auf eine Studie der Bitkom.

Samsung schreibt: «Samsung Electronics Drucksysteme und Original-Patronen werden bezüglich Schadstoff- sowie mögliche Material-Emissionen getestet und entsprechen allen internationalen Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen. Darüber hinaus berücksichtigen Samsung-Laserdrucker die Richtlinien des ‹Blue Angel›-Programms in Deutschland. Dieses setzt Standards im Hinblick auf die Minimierung der Auswirkungen von Schadstoffen auf die Luftqualität in Innenräumen, geringer Energieverbrauch sowie geräuscharmes und doppelseitiges Drucken. Um weiter die sichere Nutzung von Samsung-Druckern zu gewährleisten, führt Samsung freiwillige Tests, wie die TÜV SÜD-Qualitätsprüfung, auf seinen Laserdruckern durch.»

Stiftung forscht und unterstützt

«Nano-Control» ist eine Internationale Stiftung mit Sitz in Deutschland und Kontaktstellen in Europa und Kanada. Die Stiftung deckt gesundheitliche Belastungen der Raumluft durch Produkte auf, setzt sich für Lösungen ein und hilft Geschädigten. Im Mittelpunkt der Arbeit steht zunächst die wissenschaftliche Erforschung und Beseitigung der Gesundheitsgefahren durch Tonerstäube und Emissionen aus Laserdruckern und Fotokopiergeräten.

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