Was tun, wenn's blutet?

Schnittwunden gehören im Haushalt zu den häufigsten Verletzungen überhaupt. Je nach Tiefe des Schnittes gilt es, rasch und überlegt zu handeln.

Die Hände sind im Alltag besonders gefährdet und oft von Bagatellverletzungen wie Rissen oder kleinen Schnitten betroffen. Schnittwunden sehen meist schlimmer aus, als sie sind. Da sie oft stark bluten, ist es auf den ersten Blick schwierig festzustellen, wie tief der Schnitt ist. Mit einigen wenigen, aber wichtigen Schritten vermeiden Sie schmerzhafte Komplikationen:

  • Schmutz entfernen: Kleine Schnittverletzungen lässt man am besten kurz bluten. Schmutz und Krankheitserreger werden auf diese Weise gleich aus der Wunde herausgespült. Alternativ lassen sich Wunden auch durch Abreiben von Verschmutzungen reinigen. Dafür gibt es spezielle Wundschwämme, aber es geht z.B. auch mit einem sauberen Waschlappen.
  • Wunde desinfizieren und schützen: Nach dem Desinfizieren sollte man die Wunde schützen durch Pflaster, Verbände oder Handschuhe. Handwunden bei Gartenarbeiten nicht mehr mit dem Erdboden in Kontakt kommen lassen!
  • Tetanus-Impfung noch aktuell? Bei Kindern sollte die letzte Impfung nicht länger als zehn Jahre zurückliegen, bei Erwachsenen nicht länger als zwanzig Jahre (vgl. im Impfausweis z.B. die Abkürzungen «DiTe» und das Datum). Nach einer Verletzung sind auch sofortige «Simultan-Impfungen» möglich.

Wann zum Arzt?

Kleinere Schnittwunden lassen sich mit einem Pflaster oder Verband gut versorgen und heilen gut. Klaffende, längere (mehr als einen Zentimeter) oder stark blutende Schnittwunden sollten vom Arzt versorgt werden. Dieser kann die Wunde gegebenfalls nähen oder besser verbinden.

Video «Gefährliche Handverletzungen - Bereits kleinste Bagatellverletzungen können böse Folgen haben» abspielen

Gefährliche Handverletzungen

6:06 min, aus Puls vom 11.5.2009

Ebenfalls zum Arzt sollte man, wenn sich eine verletzte Stelle an der Hand stark rötet, wenn Wunden pochen, ganze Finger anschwellen, sich nicht mehr bewegen lassen und wenn solche Symptome zunehmen. Ist eine ärztliche Versorgung nötig, ist Eile geboten. Wunden, die genäht werden müssen, sollten nicht älter als sechs Stunden sein. Danach steigt die Infektionsgefahr rasch. Ist der Hausarzt nicht erreichbar, bieten sich Notfallpraxen oder Notaufnahmen der Spitäler an.