Bessere Bandagen für Brandopfer

Eine neue Art von Wundverband soll Infektionen bei schweren Brandwunden verhindern und die Todesrate unter Brandopfern senken.

lilafarbene Bandage in einer Petrischale. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Westschweizer Forscher haben eine neue Art von Wundverband entwickelt, die wirksamer vor Infektionen schützt. EPFL/Murielle Michetti

Brandopfer sind sehr anfällig für Bakterien, da ihr Immunsystem geschwächt ist und ihnen stellenweise die Haut als Schutzschicht fehlt. Viele sterben nicht an den Verletzungen, sondern an Infektionen. Deshalb haben Westschweizer Forscher Bandagen entwickelt, die sowohl die Wundheilung beschleunigen, als auch Bakterien am Wachstum hindern.

Eine erste Version von 2005 beschleunigte das Abheilen, verhinderte aber nicht das Bakterienwachstum. Die Bandagen wurden nun mit antibakteriellen Polymeren ergänzt, sogenannten Dendrimeren. Diese wandern zum einen vom Verband in die Wunde und zerstören dortige Bakterien. Zum anderen verhindern sie in der Bandage das Eindringen weiterer Erreger.

Die neue Bandage löst ein grosses Problem der Intensivmedizin: Die Verbände, die manchmal den Grossteil des Körpers bedecken, müssen monatelang täglich gewechselt werden. Trotz enormer Vorsichtsmassnahmen kommt es zu Infektionen, denen wegen drohender Resistenzen nicht einfach prophylaktisch mit Antibiotika vorgebeugt werden kann.