Prostatakrebs – Je mehr BAZ2A, desto bösartiger

Ein deutsch-schweizerisches Forscherteam hat ein Protein entdeckt, das die Bösartigkeit von Prostatakrebs anzeigen kann. Sein Nachweis könnte Aufschluss darüber geben, wie intensiv und radikal die Behandlung ausfallen muss.

Querschnitt einer Blase und Prostata mit Tumor. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Je nach dem, ob ein Prostatatumor langsam oder schnell wächst, ist eine andere Behandlung angezeigt. imago

Prostatakrebs kann von Patient zu Patient einen sehr unterschiedlichen Verlauf nehmen. Krebsforschende suchen deshalb dringend nach messbaren, zuverlässigen Biomarkern, an denen sie die Aggressivität des Tumors ablesen können. Das Protein namens BAZ2A könnte so ein Biomarker sein.

Eigentlich hemmt BAZ2A das Zellwachstum. Doch bei Tests mit Prostatakrebszellen im Labor hatte es den gegenteiligen Effekt: Ein Ausschalten des Proteins hemmte deren Wachstum, eine höhere Konzentration steigerte hingegen ihre bösartigen Eigenschaften.

Die Forscher fanden klare Zusammenhänge: Je mehr BAZ2A das Gewebe enthielt, desto fortgeschrittener war der Tumor bei seiner Diagnose, desto häufiger hatte der Krebs bereits Metastasen gestreut und desto höher war auch der PSA-Wert, der auf eine Störung der Prostata hinweist. Ob sich BAZ2A als Bioindikator bewährt, müssten indes noch klinische Untersuchungen bestätigen.