60 Jahre Rega - Eine Schweizer Institution feiert Jubiläum

Mit Enthusiasmus, Pioniergeist, wagemutigen Piloten und einer Gönner-Vereinigung hat sich die Schweizerische Rettungsflugwacht in den 60 Jahren ihres Bestehens zur professionellen Multimillionen-Unternehmung im Unfallrettungsgeschäft und bei Krankentransporten entwickelt.

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60 Jahre Rega: Eine Schweizer Institution feiert Jubiläum

4:01 min, aus Puls vom 30.4.2012

Begonnen hat die Geschichte der Rega mit flugbegeisterten Pionieren, die es wagten, auf Gletschern zu landen, um Alpinisten in Not zu helfen. Wo dies nicht möglich war, sprangen tollkühne Fallschirmspringer mit ihren Lawinenhunden zu den Verunfallten. Am 27. April 1952 wurde schliesslich die Schweizerische Rettungsflugwacht gegründet. Ein halbes Jahr später führt der Pilot Sepp Bauer die erste Helikopter-Rettungsaktion in der Geschichte der Rettungsflugwacht durch.

Einzigartiges Gönnersystem

Die Geschichte der Rega ist von Anfang an geprägt durch das grosse Interesse der Bevölkerung. So verfolgten zum Beispiel bei einer Demonstration im Zürcher Seebecken über 300‘000 Personen die damaligen Einsatzmöglichkeiten der Luftrettung. Zwei Jahre später wurde in einer landesweiten Sammelaktion Geld gesammelt, damit die Rega ihren ersten eigenen Helikopter vom Typ Bell-47 J beschaffen konnte. Bei der Präsentation des neuen Helikopters stürmten Tausende von Neugierigen die Basler Schützenmatte, die wenigsten hatten bisher einen Helikopter live gesehen. Das heutige System der Gönnerschaft wurde 1966 geboren. Damals steckte die Rettungsflugwacht in Geldnöten. Ein landesweiter Hilferuf war erfolgreich, 25‘000 Gönner bewahrten die Rettungsflugwacht vor dem finanziellen Kollaps. Auch heute noch wird die Tätigkeit der Rega überwiegend von den mittlerweile 2,4 Millionen Gönnern getragen, 60 Prozent der Erträge stammen aus diesen Einzahlungen.

Rund um die Uhr im Einsatz

Die Zahl der Einsätze hat sich in der Geschichte der Rega dramatisch verändert. 1953, ein Jahr nach der Gründung, flog die Rega insgesamt sechs Einsätze. Im Jahre 2011 waren es über 14‘240 Einsätze, so viele wie nie zuvor. Dabei kamen die weiss-roten Helikopter fast 10‘797-mal zum Einsatz. Dazu kommen die Flüge mit den Ambulanzjets und die medizinischen Teams an Bord von Linienflugzeugen. Noch nie flog die Rega im vergangenen Jahr so viele Primäreinsätze. Das heisst; hier bringen die Besatzungen die medizinische Hilfe direkt zum Unglücksort. Insgesamt stehen 17 Helikopter rund um die Uhr im Einsatz und sind tagsüber 5 Minuten nach der Alarmierung in der Luft.

Am häufigsten wird die Rega zu Einsätzen bei Wintersport-, Verkehrs-, Arbeits- und Bergunfällen gerufen. Sie führt aber auch zahlreiche Verlegungsflüge von Spital zu Spital durch. Ausserdem transportiert die Rega Organe, Blut, Medikamente oder medizinische Spezialisten. Weitere Einsatzarten in der Schweiz sind:

  • Rettungen aus Lawinen und Gletscherspalten
  • Evakuationen von Bergbahnen und Sesselliften
  • Tauchunfälle
  • Such- und Rettungsdienst für vermisste Luftfahrzeuge
  • Suchflüge für vermisste Personen
  • Rettungen aus Höhlen
  • Brandbekämpfung
  • Rettung von Rindvieh im Rahmen der Bergbauernhilfe

Meilensteine der Rega in der Rettung

1953 – Die ersten Rettungsfallschirmspringer kommen im Winter zum ersten Mal im Ernstfall im Einsatz.

1971 – Erste Direktrettung aus der Eigernordwand. Was bisher als unmöglich galt, gelingt: Mit der Rettungswinde werden zwei Alpinisten direkt aus der Wand geborgen.

1975 – Rettungshelikopter kommt auf die Strasse. Nach langen Verhandlungen bewilligt der Zürcher Regierungsrat eine Versuchsphase für den Einsatz des Rettungshelikopters bei Strassenverkehrsunfällen.

1987- Nachtsichtgeräte im Helikopter. Die Rega rüstet alle Helikopter mit Nachtsichtgeräten aus, damit werden Nachteinsätze sicherer.

1997 – Der neue Notruf „1414“. Für Luftrettung in der Schweiz gilt neu diese vierstellige Alarmnummer

2009 – Mobile Herz-Lungen-Maschine an Bord. Zum ersten Mal können schwerstkranke Patienten im Rega-Helikopter damit betreut werden.

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