Darmkrebsvorsorge neu in der Grundversicherung

Ab dem 1. Juli 2013 werden zusätzliche Untersuchungen zur Darmkrebsfrüherkennung von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen – auch wenn in der Familie keine entsprechende Erkrankung bekannt ist.

Blick in einen Darm mit einem gutartigen Polypen an der Schleimwand Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Darmspiegelung Die meisten Darmkrebse entwickeln sich aus Polypen. Im Rahmen einer Koloskopie lässt sich deren Risiko beurteilen. Fraunhofer IIS

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in der Schweiz: Jährlich werden rund 4100 Neuerkrankungen diagnostiziert, mehr als 1600 Menschen fallen dem Krebs zum Opfer. Dabei bestehen bei frühzeitiger Erkennung gute Heilungschancen. Die Krebsliga Schweiz hat deshalb gemeinsam mit anderen interessierten Kreisen 2011 einen «Antrag auf Kostenübernahme durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) für die Leistungen eines Kolon Karzinom Screening Programms (KKP)» beim Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) eingereicht.

Nun hat das EDI entschieden: Ab 1. Juli 2013 übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung bei Frauen und Männern zwischen 50 und 69 zwei anerkannt wirksame Arten von Vorsorgeuntersuchungen auch dann, wenn im engen familiären Umfeld der zu untersuchenden Person keine entsprechende Erkrankung bekannt ist. Konkret den Nachweis von Blutspuren im Stuhl (alle zwei Jahre) sowie Dickdarmspiegelungen (alle zehn Jahre).

Krebsliga und Mitinitianten begrüssen die Änderung als «wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer optimierten Darmkrebs-Früherkennung.»

Weitere Neuerungen

Ebenfalls ab Juli übernimmt die Grundversicherung eine Impfung gegen Keuchhusten bei Jugendlichen zwischen 11 und 15 Jahren. Dies zusätzlich zu schon bisher vergüteten Impfungen bei Säuglingen und Kleinkindern.