Demenztest für Daheim

Im Alter wird man zunehmend vergesslicher. Das ist ganz normal und eine Begleiterscheinung des Alterungsprozesses. Doch wird sie immer stärker, kann das aber auch der Beginn einer Demenz sein. Mittels Fragebogen lassen sich erste Anzeichen für Angehörige besser einstufen.

Ein Puzzlesteinchen ist aus einem Puzzle des Gehirns herausgenommen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wenn immer mehr Puzzleteilchen im Gedächtnis fehlen, kann eine Demenz die Ursache sein. imago

Demenz-Test in sieben Schritten

5:18 min, aus Musikwelle Magazin vom 10.12.2014

120'000 demenzkranke Menschen leben derzeit in der Schweiz – pro Jahr kommen 25'000 neue hinzu. Davon betroffen sind auch die Bezugspersonen dieser Menschen – Partner, Kinder, Freunde, Geschwister. Wird ein Mensch zunehmend vergesslich, kann das nicht nur ihn selbst verunsichern, sondern auch seine Angehörigen, die sich dann fragen, ob ein Arztbesuch angezeigt ist oder nicht.

Ein Demenztest für Zuhause kann Angehörigen wichtige Anhaltspunke liefern. Er ist aber nur möglich, wenn man den Menschen sehr gut kennt. Denn es geht weniger um den Momentzustand, sondern vielmehr um die Entwicklung. Will heissen: Ein Mensch, der Zeit seines Lebens schusselig und stets auf der Suche nach seinem Schlüssel war, ist nicht dement, auch wenn er das im Alter ist. Eine Person, die schon immer ein schwaches Orientierungsvermögen hatte, ist nicht dement, wenn sie sich auch im Alter in unbekannterer Umgebung weiterhin hin und wieder verläuft. Und der Mensch, der schon immer Namen, Jahres- und Geburtstage vergessen hat, darf das getrost auch im Alter weiterhin tun. Denn man kann eine Person nur mit sich selber vergleichen.

Veränderung ist massgeblich

Es kommt also auf die Veränderung an.«Das Leitsymptom der Demenz ist sicher das Vergessen. Hinzu müssen aber noch andere Hirnleistungsschwächen kommen. Am wichtigsten ist dabei die Fähigkeit, selber Entscheidungen zu treffen und komplexe Sachverhalte zu begreifen», sagt Albert Wettstein vom Zentrum für Alterswissenschaften der Uni Zürich. Denn die Demenz wird definiert als eine zunehmende Hirnleistungsschwäche, die so ausgeprägt ist, dass sie im Alltag Probleme bereitet.

Wenn also nahestehende Menschen bemerken, dass sich eine Person innerhalb der letzten zwei Jahre verändert hat, können sie einen Demenztest durchführen, den die Memory-Klinik Basel herausgegeben hat. Er ist für Angehörige betroffener Personen gedacht und besteht aus sieben einfach zu beantwortenden Fragen. Laut Demenz-Experte Albert Wettstein sind die Endresultate des Demenz-Tests so zu werten:

1 Punkt:
Geringe Verschlechterung, keine weitere Massnahmen.

2 bis 3 Punkte:
Demenz tendenziell möglich. Absprache mit Hausarzt wird empfohlen.

4 und mehr Punkte:
Eine Demenz ist sehr wahrscheinlich. Absprache mit Hausarzt dringend notwendig.