Eine neue Hand für 50 Euro

In Frankreich hat der sechsjährige Maxence, der ohne rechte Hand geboren wurde, eine Handprothese aus dem 3D-Drucker erhalten. Der Vorteil dieser Prothesen besteht vor allem in den extrem niedrigen Produktionskosten.

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Günstige Handprothese

0:37 min, aus Puls vom 7.9.2015

Der kleine Maxence aus Cessieu in Frankreich kam ohne rechte Hand zur Welt. Bisher konnten sich die Eltern keine Prothese für ihren Jungen leisten. Die Möglichkeiten von 3D-Druckern ändern diese Ausgangssituation völlig. Während herkömmliche Prothesen bis zu 40‘000 Franken kosten können, belaufen sich die Produktionskosten von Maximes Prothese aus dem 3D-Drucker auf unter 50 Euro.

Da Kinder wachsen, müssen sie immer wieder neue, angepasste Prothesen bekommen. Eine Familie mit normalem Einkommen kann sich darum herkömmliche Prothesen nicht leisten. Der niedrige Preis der neuen Technologie eröffnet Familien mit Kindern ohne Hand oder Arm eine neue Welt.

Keine Chirurgie nötig

Auch in der Anwendung ist die Prothese aus dem 3D-Drucker praktikabel. Sie braucht keine Chirurgie und ist ganz einfach anzuziehen – wie ein Handschuh mit Klettverschluss. Die Farben hat der kleine Maxence übrigens selber ausgesucht: Es sind die Farben von Superman.

Nase aus dem 3D-Drucker

4:03 min, aus 10vor10 vom 10.8.2015

Superkräfte verleiht ihm die Kunststoffhand zwar keine, aber immerhin: Erste Versuche zeigen, dass Maxence anderen bereits die Hand schütteln oder einen Ball werfen kann. Vater Eric Contegal hebt aber hervor, dass sich der Nutzen der Hand erst noch erweisen muss: «Wenn er sie behält, dann weil er einen Nutzen darin sieht. Wenn er findet, dass sie mehr stört, dann wird er sie weglegen.»

Geliefert wurde die 3D-Prothese vom Unternehmer Thierry Oquidam, der sich im Rahmen der Stiftung e-NABLE für Kinder engagiert. Er stellt den Kontakt zwischen Eigentümern von 3D-Druckern und Familien mit Kindern her, denen eine Hand oder ein Arm fehlt. Über diese Plattform wurden schon mehr als 1500 Prothesen an Familien vermittelt.

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