Zum Inhalt springen
Inhalt

Gesundheitswesen Hanf-Plantage auf Rezept

Schwerkranke sollen in Ausnahmefällen Cannabis für den Eigengebrauch anbauen dürfen. Das entschied ein deutsches Gericht. In der Schweiz bleibt die Hanfpflanze für Kranke verboten.

Hanf-Gewächse
Legende: So könnte es im Garten einiger Schwerkranker zukünftig aussehen. Colourbox

Drei schwerkranke Männer haben vom Kölner Verwaltungsgericht Recht bekommen. Sie klagten gegen das Cannabis-Anbauverbot, welches auch für Menschen gilt, die Cannabis als Medizin – und nicht als Droge – konsumieren.

Als «Notlösung» sei der Anbau für chronisch kranke Patienten zu erlauben, entschied das Gericht. Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen: Der Patient müsse «austherapiert» sein, also keine Behandlungsalternativen haben und sogenannter Medizinal-Hanf aus der Apotheke müsse zu teuer für ihn sein. Ausserdem muss der Patient gewisse Auflagen erfüllen – etwa sicherstellen, dass der Hanf nicht in die Hände Dritter gelangt.

Als Mundspray erlaubt

Bereits vor diesem Gerichtsurteil war Deutschland bei der medizinischen Nutzung von Cannabis einen Schritt weiter als die Schweiz. Denn hierzulande können sich kranke Menschen zwar Cannabis-Medikamente verschreiben lassen – etwa den Mundspray Sativex – die Pflanzen selbst gibt es aber nicht auf Rezept. Die Begründung: «Der Gehalt der aktiven Substanz THC variiert bei den Cannabis-Pflanzen zu stark, als dass sie als Medikament zugelassen werden könnten», sagt Mona Neidhart vom Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Legende: Video Cannabis-Medikamente – Wirksam, aber kaum verschrieben abspielen. Laufzeit 04:46 Minuten.
Aus Puls vom 11.02.2013.

In anderen Ländern jedoch – darunter Deutschland, die Niederlande und Teile der USA – können sich Schwerkranke getrockneten Hanf in der Apotheke besorgen. Das Kraut wird geraucht oder mittels eines Verdampfers inhaliert. «Über die Lunge werden die Wirkstoffe besonders gut aufgenommen», sagt Rudolf Brenneisen von der Universität Bern. Und der Pharmazeut ist der Meinung: «Auch Schweizer Patienten sollten Zugang zu solchem Medizinal-Hanf erhalten.»

Eigenanbau ist günstiger

Brenneisen begrüsst ausserdem den Eigen-Anbau durch Patienten, wie er jetzt vom Kölner Verwaltungsgericht gutgeheissen wurde: «Wer Cannabis selber anbaut, spart viel Geld.» Allerdings falle dann die Qualitätskontrolle weg – wie stark sein Kraut wirkt, muss der Patient dann jeweils im Selbstversuch herausfinden.

Ganz legal Cannabis anbauen, darf in der Schweiz erst eine Firma in der Ostschweiz – mit einer Ausnahmebewilligung vom BAG. Die Firma liefert das Cannabis an Forscher und an eine Apotheke im Emmental, welche als einzige Apotheke in der Schweiz selber Cannabis-Tinkturen direkt aus dem Kraut herstellt.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Meister Michael, Kehrsatz
    Das Stimmt nicht, es gibt ganz viele Medizin Sorten auf dem markt mit einem 1:1 CBD/THC Gehalt und einem sehr niedrigen Gehalt zwischen 4-6%!! Absolut der natürlichste und günstigste weg zu seiner natürlichen Medizin zu gelangen ohne gross high zu werden!! zudem werden bei fast all diesen Produkte Alkohol/Chemie für die Gewinnung des THC/CBD eingesetzt!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Meersui Bühlmann, Stans
    Das Cannabis als schlimme Droge dargestellt wird ist einfach nur ein Witz. Jeder der schon mal einen Joint geraucht hat weiss es selbst. Wenn es legalisiert würde gäbe es viel weniger Schwarzmarkt und Kriminalität wie man zB. in Colorado sieht. Dann merken auch die letzten Leute das es nichts schlimmes ist. "legalize it!"
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Wöhrle Benjamin, Zürich
    Ich rauche seit 10 jahre cannabis. Für mich ist es keine Droge sonder eine hilfe in diversen dingen. Seit 5 jahre leide ich unter schmerzen einzige wo mich endspannt (manchmal). Ich habe mehr apehtitt und kann besser schlaffen. Ich bin jetzt 28 jahre und bin seit meiner geburt HIV-Positive.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen