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Gesundheitswesen «Ich bin eine Witwe mit Mann»

Eine Demenzerkrankung ist auch für Angehörige eine grosse Belastung. Anstatt den Lebensabend mit der Partnerin, dem Partner zu geniessen, wird das Zusammenleben zunehmend zur Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Im «Doppelpunkt» erzählen Angehörige von Demenzkranken ihre ganz persönliche Geschichte.

Legende: Audio «Ich bin eine Witwe mit Mann»: Leben mit Demenzkranken abspielen. Laufzeit 53:00 Minuten.
53 min, aus Doppelpunkt vom 16.12.2014.

Rund 113'000 Menschen leiden heute in der Schweiz an Demenz, die Hälfte von ihnen an Alzheimer. Demenz bedeutet «Entgeistigung»: Die Hirnleistungsstörung ist bis heute unheilbar und macht ein selbstbestimmtes Leben zunehmend unmöglich. Die Hälfte aller Betroffenen lebt noch immer daheim – betreut von ihren Angehörigen und anderen Pflegenden.

Wenn die Liebsten zu Fremden werden

Angehörige von Verschollenen erleben etwas sehr Ähnliches wie Angehörige von Dementen: Der Verlust ist unklar, uneindeutig, er beginnt schleichend und hat bis zum Tod kein klares Ende. In der Fachsprache wird dieser Vorgang als «ambiguous loss» bezeichnet.

Im Falle der Demenz bedeutet das: Der Ehemann lebt zwar noch, ist aber nicht mehr der Gleiche, oder er erkennt sogar seine Frau nicht mehr. Die Tochter pflegt ihre demente Mutter, aber diese begrüsst sie jeden Morgen, als wäre sie eine Fremde. Die gewohnte Kommunikation mit dem Demenzkranken ist nicht mehr möglich, die Vergangenheit ist teilweise ausgelöscht, der gemeinsam gegangene Lebensweg auch – und der Blick in die gemeinsame Zukunft sowieso.

Ein lebenswertes Leben mit Demenzkranken

Im «Doppelpunkt» erzählen Angehörige von Demenzkranken von ihrer täglichen Verzweiflung und ihren ganz persönlichen Weg, mit diesem Schicksal umzugehen.

Zudem zeigen Fachleute auf, wie auch ein Leben mit einem Demenzkranken lebenswert sein kann, wie Angehörige Zuversicht und seelische Widerstandskraft gewinnen und die eigene Trauer und die Widersprüchlichkeit im Leben mit Dementen akzeptieren können.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Und ich ein Wittwer mit Frau.. wie recht ausgedrueckt!!! Ich bin immerhin in der komfortablen Lage, fuer meine Partnerin, die eigentlich nur noch ein Koerper ohne Gehirn ist, zwei Pflegerinnen zu haben die sich liebevoll um sie kuemmern. In der CH koennte ich mir das nie leisten!!!!!!!! Und habe Jemanden die sich um mich kuemmert... als meine Frau realisierte was ihr passiert hat sie noch dafuer gesorgt, dass ich nicht alleine bin.. DAS ist LIEBE!!! echte Liebe.. danke Lotti!!!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten